Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

624  Zeisczner.  Geognostische  Schilderung  der  Gangverhiiltnisse

grosskörnigem  Schwerspath.  Ein  wesentlicher  Unterschied  der  Ausfüllungsmasse ­
  in  beiden  Gängen  ist  nicht  wahrnehmbar,  nur  in  ihrer
Ausdehnung  finden  merkliche  Unterschiede  Statt;  in  den  östlichen
Theilen  erhält  Schwerspath  die  Oberhand.  Auf  dem  Wege  nach
Poracz,  wo  der  Gang  zu  Tage  geht,  tritt  das  weisse  Mineral  bis  30'
mächtig  auf,  und  die  Wagen  haben  Geleise  darin  gemacht.  In  der
westlichen  Hälfte  ist  Spatheisenstein  und  Quarz  überwiegend.  Diese
drei  Gangmineralien  sind  am  genauesten  unter  einander  verbunden
und  deuten  auf  ein  gleichartiges  Entstehen  hin;  mitten  im  krystallinisch
  -  grossblätterigen  ,  weissen  Schwerspath  sind  porphyrartig
isabellgelbe  Spatheisensteinkrystalle  eingeschlossen.  Ebenso  verhält
sich  Spatheisenstein  zum  Quarze;  in  der  weissen  Quarzmasse  sind
ebenfalls  porphyrartige  Spatheisensteinkörner  eingesprengt;  seltener
winden  sich  in  der  Masse  des  Spatheisensteines  verschiedenartig
anastomosirend  weisse  Quarzadern.  Nur  eine  gewisse  Art  von  Repulsion ­
  findet  zwischen  Schwerspath  und  Quarz  Statt.  Gewöhnlich
pflegen  diese  beiden  Mineralien  nicht  neben  einander  vorzukommen.
Nehmen  die  Hänge  bedeutender  an  Mächtigkeit  zu,  so  pflegt  gewöhnlich ­
  schieferiger  grüner  Talk  sich  einzufinden,  und  bildet  mächtige
Zwischenlager  der  Gangart.  Es  ist  ein  schieferiger  Talk,  der,  der
Luft  ausgesetzt,  sich  aufblättert;  öfters  mengen  sich  mit  dem  Talke
plattgedrüekte  Linsen  von  gemeinem  graulichblauen  Quarze,  und
bilden  ein  deutliches  Gemenge,  das  von  Talkschiefer  nicht  zu  unterscheiden ­
  ist,  welches  bei  Kotterbach  und  weiter  gegen  Süden  allgemein ­
  verbreitet  ist.  Gewöhnlich  findet  man  diese  beiden  talkigen
Gesteine  als  Scheider  der  Kotterbacher  Gänge,  durch  das  thonige
Saalband  vom  Gabbro  getrennt.  Diese  Umhüllung  der  Gangmasse,
eine  Art  von  Scheide  von  körnigem  Talkschiefer  und  Schiefertalk,  ist
in  Ober-Ungarn  nicht  ein  vereinzeltes  Phänomen,  sie  ist  eigenthümlich
vielen  Gängen  von  Ober-Ungarn.  Alle  Grauspiessglanzgänge  von  Magörka
  und  den  nahe  gelegenen  Gruben  im  Liptauer  Comitate  ruhen  im
Granite,  und  sind  durch  eine  solche  Scheide  vom  Talkschiefer  deutlich ­
  getrennt,  dasselbe  wiederholt  sich  in  dem  Gange  des  kleinen
Kohlbach  im  Tatra-Gebirge,  in  dem  merkwürdigen  Gange  von  Wikartowce,
  im  südwestlichen  Theile  der  Zips,  am  nördlichen  Abhange
der  mächtigen  Gebirgsmasse  Kralowa  Hola,  welche  einen  ganz  jungen
Sandstein  durchsetzt,  der  sich  gegen  Sunyawa  bis  nach  Strba  zieht,
und  durch  Cerithien  und  andere  tertiäre  Versteinerungen  charakterisirt
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.