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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

bei  Kotterbach  (und  Poracz)  im  Zipser  Comitat.

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so  unmerklich  diese  beiden  Gesteine  in  einander  über,  dass  ich  nicht
wage,  eine  Grenze  aufzufinden.
Kotterbach  liegt  in  einem  tiefen,  engen  Thale,  welches  sich  von
Westen  nach  Osten  erstreckt,  und  durch  ein  gegen  Norden  hinziehendes ­
  Querthal  in  das  hügelige  Land  der  Zips  mündet;  gegen  Osten
steigt  das  Thal  rasch  bis  zum  Rücken,  auf  dem  das  Dorf  Poracz  liegt.
Der  südliche  Abhang  dieses  Thaies  und  das  geräumige  Plateau,
genannt  Krywe-Pole,  bestehen  aus  dichtem  grünen  Gabbro,  der  nördliche ­
  Abhang  aber  besteht  theihveise  aus  Gabbro,  auf  welchem  rothes
Conglomerat  und  unbedeutend  veränderter  Lias-Kalkstein  ruhen.  Der
Kalkstein  ist  graulichweiss  und  etwas  körnig;  in  dem  Rochus-Stollen
von  Kotterbach  durchziehen  ihn  unendlich  viele  Adern  weissen  Kalkspathes,
  in  dem  sich  Nester  ausgefüllt  mit  Kalkspathkrystallen  vorfinden; ­
  weiter  gegen  Marksdorf  ist  das  Gestein  grau  und  derb,
und  zeigt  keine  Veränderung.  Die  zwei  Kotterbacher  Gänge,  auf
denen  die  vielen  Gruben  bauen,  ziehen  sich  am  nördlichen  Thalabhange
  und  haben  fast  eine  Richtung  von  Osten  nach  Westen,  sie
sind  aber  mit  einander  nicht  parallel,  sondern  stossen  unter  einem
sehr  spitzen  Winkel  auf  der  Höhe  gegen  Poracz  zusammen.  Der
nördliche  untere  Gang,  genannt  der  grobe  Gang,  erstreckt  sich  von
Westen  nach  Osten  7  liora;  der  Hangend  oder  Drozdziakower  Gang
streicht  6  hora;  beide  sind  gegen  Süden  geneigt,  der  erste  unter
dem  Winkel  von  70°—80°,  der  zweite  80°—8S°.  Beide  Gänge
trennt  ein  Keil  von  dichtem  Gabbro,  beiläufig  300—400  Fuss
mächtig;  seine  mineralogischen  Charaktere  gleichen  vollkommen  dem
gewöhnlichen  dichten  Gabbro,  aus  dem  mächtige  Berge  bestehen.
Dieser  Umstand  beweiset  also,  dass  die  Ganggesteine,  so  mächtig
dieselben  auch  hier  hervortreten,  keinen  Einfluss  auf  die  Veränderung
der  Structur  des  Nebengesteines  ausgeübt  haben.
Die  beiden  Gänge  nähern  und  entfernen  sich  von  einander  auf
eine  ganz  unbestimmte  Weise;  dieses  pflegt  von  ihrer  Mächtigkeit
abzuhängen.  Im  Allgemeinen  schwankt  die  Mächtigkeit  von  6'—80';
gewöhnlich  pflegt  jeder  dieser  Gänge  eine  Dicke  von  20'-—30'  zu
haben;  zuweilen  erreichen  beide  zusammen  eine  Mächtigkeit  von  120'.
Die  Gangmasse  wird  stets  vom  Gesteine  durch  ein  deutliches  gelbes,
thoniges  Saalband  getrennt,  1—2  Zoll  dick.
Die  Gangmasse  beider  Gänge  ist  fast  ganz  ähnlich,  und  besteht
hauptsächlich  aus  weissem  Quarz,  grobkörnigem  Spatheisenstein  und
            
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