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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

622  Zeisczner.  Geognostische  Schilderung  der  Gangverhältnisse

dem  Plateau  Krywe-Pole,  oberhalb  Kotterbach,  hervorragen,  enthalten
Bruchstücke  verschiedener  Grösse  von  Glimmerschiefer,  im  Durchmesser ­
  von  1—3  Fuss  lang;  sie  haben  gewöhnlich  eine  abgerollte
glatte  Oberfläche;  noch  grösser  sind  eingeschlossene  fremde  Gebirgsarten
  bei  Gölnitz,  sie  werden  zu  förmlichen  Blöcken  mit  abgestumpften
Kanten  und  sind  in  solcher  Menge  angehäuft,  dass  das  Gestein  in
dem  Felsen,  der  am  Wege  zwischen  Gölnitz  und  Jackelsdorf  sich
erhebt,  das  Ansehen  eines  Conglomerates  bekommt.  In  der  Grube
von  Kotterbach  seihst  hat  der  Gabbro  eckige  Bruchstücke  von  Kalkstein ­
  ,  die  allen  Anzeichen  nach  aus  dem  nahe  gelegenen  Kalkfelsen
abstammen;  die  Fremdlinge  sind  gewöhnlich  grau  und  derb,  stellenweise ­
  krystallinisch  feinkörnig  und  viel  heller.  Stellenweise  verbindet
sich  der  Kalkstein  mit  dem  Gabbro  innig,  und  ertheilt  ihm  das  Ansehen ­
  einer  homogenen  dichten  Masse,  die  oliven-  oder  graulich-grün
wird,  mit  dunkelgrünen  unbestimmten  Flecken.  Diese  Abänderung
des  Gabbro  pflegt  stark  in  Säuren  aufzubrausen,  was  gewöhnlich
nicht  der  Fall  zu  sein  pflegt.  Bei  Kotterbach  und  Poracz  sind  die
Kalksteine  in  der  Nähe  des  Gabbro  durchgängig  verändert;  ihre
graue  Farbe  geht  in  gelbliche  über,  auch  sind  sie  heller  geworden,
ihre  Schichtenabsonderungen  aber  sind  von  unregelmässigen  Absonderungen ­
  zerklüftet,  wodurch  die  ersten  vollends  undeutlich  geworden.
Bei  Jackelsdorf  unfern  Gölnitz  am  südlichen  Abhänge  des  Kaschauer
Berges  ist  der  Kalkstein  noch  bedeutender  verändert  worden:  er  ist
halbkrystallinisch,  wird  fast  weiss,  und  an  den  dünnen  Kanten  durchscheinend, ­
  seine  Schichtenabsonderungen  ersetzen  viele  parallele
Absonderungen,  die  in  verschiedenen  Richtungen  sich  kreuzen,  und
stellenweise  mehr  oder  wenig  das  Gestein  in  würfelige  Stücke  umwandeln. ­
  Ähnliche  Veränderungen  hat  auch  Serpentin  in  dieser
Gegend  hervorgebracht.  Im  Thale  Kyary  bei  Jackelsdorf  berührt  er
den  Kalkstein  ,  dessen  Structur  krystallinisch-feinkörnig  geworden
ist;  dieses  aber  ist  nicht  der  Fall  am  Abhange  Strmna-Prd  bei  Dobscliau,
  wo  der  Kalkstein  grau  geblieben  ist.  Solche  Veränderungen
kommen  nicht  zum  Vorschein  bei  dem  Contacte  des  Gabbro  mit  den
verschiedenen  Änderungen  des  Talkschiefers,  man  kann  keine  wesentlichen ­
  Veränderungen  gewahr  werden;  im  Gegentheil  scheint  es
öfters  als  wäre  eine  gewisse  Verwandtschaft  zwischen  beiden  Gebirgsarten
  bemerkbar,  die  sich  auch  durch  Übergänge  kund  gibt.  Unter
andern  in  der  Grube  Die-Bindt  bei  Johannis-Stollen  unfern  Iglo,  gehen
            
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