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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

620  Zeisezner.  Geognostische  Schilderung  der  Gangverliiiltnisse

Von  Dobscliau  aus  gegen  Westen  ist  der  Talkschiefer  mächtig
entwickelt,  in  dieser  Gegend  erscheint  kein  Gabbro,  und  zugleich
sind  auch  keine  Gänge  vorhanden;  nur  bei  Libethen  und  Pojnik
findet  eine  Ausnahme  Statt,  und  da  finden  sich  an  Metallen  arme  aber
durch  ihre  interessanten  Mineralien  allgemein  bekannte  Gänge.  In
der  Nähe  dieser  beiden  Orte  durchbrechen  dunkelgrüne  ,  inniggemengte ­
  Gebirgsarten  den  liasenischen  Kalkstein,  wie  bei  der  Sägemühle ­
  Prjecliad  und  im  Thale  Hnusna  unweit  Moscienica.  Beudant
bestimmt  diese  Gebirgsart  als  Grünstein,  da  aber  in  dieser  ganzen
Gegend  keine  echten  Grünsteine  Vorkommen,  und  das  Gestein  viele
Ähnlichkeit  mit  dem  dichten  Gabbro  hat,  so  ist  es  sehr  wahrscheinlich, ­
  dass  auch  diese  Eruptionen  dem  Gabbro  beigezählt  werden
dürfen.
Wenn  das  Auftreten  des  Gabbro  das  Erscheinen  der  Metallgänge
als  Folge  nach  sich  zu  ziehen  scheint,  so  ist  damit  noch  nicht  gemeint
dass  die  Gänge  zugleich  mit  dem  Gabbro  hervorgetrieben  wurden;
seine  Anwesenheit  scheint  nur  die  Emanation  der  metallischen  Gänge
bewirkt  zu  haben;  denn  sie  durchschneiden  ebenso  diese  feurigen
wie  auch  die  metamorphischen  und  sedimentären  Gebirgsarten.
Die  geognostischen  Verhältnisse  der  Gänge  von  Kotterbach  und
Poracz,  die  im  Gabbro  auftreten  und  durch  ihren  Metallreichthum
gegenwärtig  zu  den  ergiebigsten  in  Ungarn  gehören,  will  ich
beschreiben.  Sie  liegen  fast  am  westlichen  Ende  des  mächtigen
Gabbrodurchbruches,  der  hier  über  3000'  Mächtigkeit  hat,  an  seinem
nördlichen  Abhange.  In  ihrer  unmittelbaren  Nähe  treten  Gänge  im
krystallinischen  Schiefer  hei  vor,  wie  der  Gang  im  Zlatniker  Thale,
der  Gang  der  Allerheiligen  Grube  und  einige  andere  gegenwärtig
verlassene.
Am  westlichen  Ende  des  Gabbrozuges  sind  nur  seine  Bestandtheile
  gesondert,  man  unterscheidet  deutlich  den  dunkelgrünen,  fast
schwarzen  Dialag  vom  weissen,  selten  röthlichen,  feldspathartigen
Mineral  dicht  oder  versteckt-blätterig  und  gewöhnlich  Saussurit
genannt.  Sowohl  Dialag  als  Saussurit  sind  in  ziemlich  gleicher
Menge  vorhanden;  die  ausgezeichnet  blätterige  Struetur  des  ersten
macht  das  Gestein  schieferig,  und  diese  Absonderungen  sind  um  so
vielfacher,  je  bedeutender  der  Dialag  vorherrscht;  wenn  aber  Saussurit ­
  wieder  Oberhand  nimmt,  werden  diese  Absonderungen  seltenen
und  das  Gestein  verwandelt  sich  zugleich  in  eine  massenhafte  Felsart.
            
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