616
Kenngott.
(Figur 16) eine kleine Fläche der unteren Rhomboederhälfte oder
eine grössere und eine kleine der unteren Hälfte wahrnimmt.
Wegen der vollkommenen Spaltbarkeit parallel der Basisfläche,
sind die Rhomboederflächen zart gestreift, parallel den Combinationskanten
mit der Rasis, wie in den Figuren angegeben ist. Ausser der
vollkommenen Spaltbarkeit bemerkt man oft eine zweite Spaltungsrichtung,
indem, wie auch bei optisch zweiaxigen Glimmern beobachtet
worden ist, sieh asbestähnliche Fasern, entsprechend der horizontalen
Streifung mit grosser Leichtigkeit trennen lassen. Um zu erfahren ob
diese Trennung zarter Fasern von einem anderen Blätterdurchgange
entsprechend einem Rhomboeder herrühre, wurden dünne Blättchen
in verschiedenen Richtungen gebogen, bis sie zerbrachen, es zeigte sich
jedoch dann nur in einer, höchstens in zwei Richtungen eine Trennbarkeit,
welche auf einen solchen Rlätterdurchgang hinweisen könnte,
woraus schon mit Gewissheit hervorgeht, dass kein derartiger Blätterdurchgang
vorhanden ist. Und dennoch sprachen die beiden in Figur
16 und 18 dargestellten Krystalle einen zweiten Blätterdurchgang
noch entschiedener aus, indem sich an einer scharfen Combinationskante
zwischen o R und R eines jeden derselben ein vollkommener
Blätterdurchgang zeigte, parallel einer diese Kante schief abstumpfenden
Fläche, so dass sich an Breite zunehmende Blättchen
mit grosser Leichtigkeit abspalten Hessen.
Diese Erscheinung konnte aber nur an einer Kante bemerkt werden,
trotzdem sie, wie die Lage des Blätterdurchganges erforderte, an allen
drei Kanten stattfinden musste. Die zufällige Trennung aber
eines kleinen Stückes, dessen Durchschnitt diese Figur
zeigt, führte auf den Grund der Erscheinung und zeigte,
wie auch die Messung der Winkel bewies, dass eine Zwillingsbildung
der Grund des scheinbaren zweiten Blätterdurchganges ist. Dieselbe
beruht auf dem Gesetze, dass zwei Individuen, deren Hauptaxen sich
schiefwinkelig schneiden, nach obigem Resultate der Messung, und
dem gefundenen mittleren Werthe des Combinationswinkels zwischen
o R und R — 112° —113°, unter einem Winkel von etwas über 44°,
als Verwachsungsfläche eine Rhomboederfläche haben und die Basisflächen
beider Individuen einen ergänzenden, stumpfen Winkel von
etwas unter 136° mit einander bilden. Die Messungen konnten nur
mit dem Anlegegoniometer ausgeführt werden, ergaben aber keine
genauen Resultate, weil die Flächen nicht den entsprechenden Grad