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K e n n g o 11.
7. Ägyrin.
An einem Exemplare des Ägyrin von Langesund-Fjord bei
Brevig, welcher lange, wegen der Verwachsung undeutlich ausgebildete
Krystalle in röthlichgrauem, an den Kanten durchscheinendem
Nephelin (sog. Fettstein)eingewachsene Krystalle darstellte, konnteicli
die Krystallformen bestimmen und übereinstimmend mit den Angaben
A. Breithaupt’s finden, mit Ausnahme der Spallungsflächen.
(Vergl. meine Übers, der Resultate min. Forsch. 1850 — 51.96).
Sie lassen deutlich ein ldinorhombisches Prisma mit den Abstumpfungsflächen
der schärferen Kanten erkennen, woran jedoch
die Messung mit dem Anlegegoniometer wegen der Beschaffenheit der
Flächen und der unvollkommenen Ausbildung nur annähernde Resultate
geben konnte. Der Winkel der stumpfen Kante wurde zwischen
92° 30' und 93° 15'und der Neigungswinkel der Abstumpfungsfläche zu
den Prismenflächen zwischen 133°und 133° 30'gefunden. Diebeiderlei
Flächen sind stark vertical gestreift oder gefurcht und hierdurch zum
Theil ein wenig gekrümmt, den Übergang in sogenannte schilfartige
Gestalten bildend. Deutliche Spaltungsflächen Hessen sich nur
parallel den Flächen des Prismas erkennen, ausserdem zeigte sich
eine vollkommene blättrige Absonderung parallel einer schiefen, auf
die Abstumpfungsfläche der schärfern Prismenkanten gerade aufgesetzten
Endfläche (der Basisfläche), mit jener einen zwischen 105°
45' und 106° 10' liegenden Winkel bildend, durchaus aber keinen
Blätterdurchgang in dieser Richtung. Der Bruch ist uneben, stellenweise
in das Splittrige, stellenweise auch in das Kleinmuschlige
übergehend.
Grünlichschwarz oder schwärzlichgrün, undurchsichtig, glasartig
glänzend auf den Krystallflächen, perlmutterartiger Glanzglanz
auf den Spaltungs- und Absonderungsflächen, im Bruche mehr wachsartig
glänzend; Strichpulver grünlichgrau. Die Härte ist fast die des
Orthoklas, indem der Ägyrin den Apatit stark ritzt, auf den Krystallflächen
aber nur äusserst schwach vom Orthoklas angegriffen wird.
Auf die Magnetnadel ist eine sehr geringe Einwirkung zu bemerken.
Vor dem Löthrohre leicht zu schwarzem, undurchsichtigem, magnetischem
Glase schmelzbar.
Durch eine stark vergrössernde Loupe betrachtet, erscheint die
Substanz des Ägyrins nicht rein, sondern er enthält kleine graue,
gelblichgrüne und schwarze Theilchen eingeschlossen.