Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

614

K  e  n  n  g  o  11.

7.  Ägyrin.
An  einem  Exemplare  des  Ägyrin  von  Langesund-Fjord  bei
Brevig,  welcher  lange,  wegen  der  Verwachsung  undeutlich  ausgebildete ­
  Krystalle  in  röthlichgrauem,  an  den  Kanten  durchscheinendem
Nephelin  (sog.  Fettstein)eingewachsene  Krystalle  darstellte,  konnteicli
die  Krystallformen  bestimmen  und  übereinstimmend  mit  den  Angaben
A.  Breithaupt’s  finden,  mit  Ausnahme  der  Spallungsflächen.
(Vergl.  meine  Übers,  der  Resultate  min.  Forsch.  1850  —  51.96).
Sie  lassen  deutlich  ein  ldinorhombisches  Prisma  mit  den  Abstumpfungsflächen ­
  der  schärferen  Kanten  erkennen,  woran  jedoch
die  Messung  mit  dem  Anlegegoniometer  wegen  der  Beschaffenheit  der
Flächen  und  der  unvollkommenen  Ausbildung  nur  annähernde  Resultate ­
  geben  konnte.  Der  Winkel  der  stumpfen  Kante  wurde  zwischen
92°  30'  und  93°  15'und  der  Neigungswinkel  der  Abstumpfungsfläche  zu
den  Prismenflächen  zwischen  133°und  133°  30'gefunden.  Diebeiderlei
Flächen  sind  stark  vertical  gestreift  oder  gefurcht  und  hierdurch  zum
Theil  ein  wenig  gekrümmt,  den  Übergang  in  sogenannte  schilfartige
Gestalten  bildend.  Deutliche  Spaltungsflächen  Hessen  sich  nur
parallel  den  Flächen  des  Prismas  erkennen,  ausserdem  zeigte  sich
eine  vollkommene  blättrige  Absonderung  parallel  einer  schiefen,  auf
die  Abstumpfungsfläche  der  schärfern  Prismenkanten  gerade  aufgesetzten ­
  Endfläche  (der  Basisfläche),  mit  jener  einen  zwischen  105°
45'  und  106°  10'  liegenden  Winkel  bildend,  durchaus  aber  keinen
Blätterdurchgang  in  dieser  Richtung.  Der  Bruch  ist  uneben,  stellenweise ­
  in  das  Splittrige,  stellenweise  auch  in  das  Kleinmuschlige
übergehend.
Grünlichschwarz  oder  schwärzlichgrün,  undurchsichtig,  glasartig ­
  glänzend  auf  den  Krystallflächen,  perlmutterartiger  Glanzglanz
auf  den  Spaltungs-  und  Absonderungsflächen,  im  Bruche  mehr  wachsartig ­
  glänzend;  Strichpulver  grünlichgrau.  Die  Härte  ist  fast  die  des
Orthoklas,  indem  der  Ägyrin  den  Apatit  stark  ritzt,  auf  den  Krystallflächen
  aber  nur  äusserst  schwach  vom  Orthoklas  angegriffen  wird.
Auf  die  Magnetnadel  ist  eine  sehr  geringe  Einwirkung  zu  bemerken.
Vor  dem  Löthrohre  leicht  zu  schwarzem,  undurchsichtigem,  magnetischem ­
  Glase  schmelzbar.
Durch  eine  stark  vergrössernde  Loupe  betrachtet,  erscheint  die
Substanz  des  Ägyrins  nicht  rein,  sondern  er  enthält  kleine  graue,
gelblichgrüne  und  schwarze  Theilchen  eingeschlossen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.