Untersuchungen über den ein- nnd zweiaxigen Glimmer.
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werden) gegen die Diagonale der Basis zu bestimmen; bei solchen
aber, wo die Neigung gering ist, wird diese Erkennung schwieriger
und ich glaube um so mehr mein Vorgehen auseinander setzen zu
müssen, als ich zum Theil zu Resultaten gelangt bin, welche mit
denen früherer Forscher im Widerspruche stehen.
Biot hat es empirisch festgesetzt, und es wurde später auch
durch die Theorie bestätiget!)> dass in zweiaxigen Krystallen der
Lichtstrahl in 2 Ebenen polarisirt ist, deren eine den Winkel der
Ebenen, welche sich durch den Strahl und die optischen Axen legen
lassen, halhirt, während die andere senkrecht gegen diese gestellt
ist. Ist nun der Spiegel, welcher das Licht polarisirt, so gerichtet,
dass seine Reflexions-Ebene senkrecht gegen die Polarisations-Ebene
des Analyseurs steht, so werden im Allgemeinen die auf den Krystall
einfallenden Strahlen zerlegt, und geben durch Interferenz die bekannten
prachtvollen Farbenringe; nur jene Strahlen, welche an
solchen Stellen eintreten, dass ihre ursprüngliche Polarisations-Ebene
mit der erwähnten Halbirungs- oder der darauf senkrecht stehenden
Supplementar-Ebene zusammenfällt, werden ohne Zerlegung in dem
Krystallmedium ihre Schwingungen fortsetzen und nach ihrem Austritte
von dem Analyseur vernichtet werden. Dadurch entstehen in
dem Farbenbilde dunkle Streifen und ich will es versuchen, den Ort
derselben nach dieser Betrachtungsweise auf eine einfache Weise
zu bestimmen.
Bezeichnen wir mit F, F' (Fig. 4) die Axenpunkte, mit y die
Neigung der Ebene der ursprünglichen Polarisation gegen den
optischen Hauptschnitt des Krystalles, mit M irgend einen Punkt
ausserhalb des Hauptschnittes wo Dunkelheit entsteht, so ist die Lage
aller Punkte M durch die Bedingung gegeben, dass MN, die Linie
welche den Winkel der Radienvectoren lialbirt, mit der Abscissen-Axe
den Winkel <p einschliesse. Ist OP = x, MP — y, OF — a,
OP = — a, so ist die Gleichung der beideu Radienvectoren
y' — —-— (af -|- a)
y' = ——— (x' — a)
J x—ax }
*) Fresnel hat in den Mem. de VInstitut 1827 tlas Biofsehe Gesetz- berichtigt:
die Unterschiede, welche zwischen den Resultaten Biots und
Fresnels stattfinden, sind aber so fein, dass sie bei der hier zu erreichenden
Genauigkeit ohne allen Nachtheil vernachlässigt werden können.