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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Untersuchungen  über  den  ein-  nnd  zweiaxigen  Glimmer.

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werden)  gegen  die  Diagonale  der  Basis  zu  bestimmen;  bei  solchen
aber,  wo  die  Neigung  gering  ist,  wird  diese  Erkennung  schwieriger
und  ich  glaube  um  so  mehr  mein  Vorgehen  auseinander  setzen  zu
müssen,  als  ich  zum  Theil  zu  Resultaten  gelangt  bin,  welche  mit
denen  früherer  Forscher  im  Widerspruche  stehen.
Biot  hat  es  empirisch  festgesetzt,  und  es  wurde  später  auch
durch  die  Theorie  bestätiget!)>  dass  in  zweiaxigen  Krystallen  der
Lichtstrahl  in  2  Ebenen  polarisirt  ist,  deren  eine  den  Winkel  der
Ebenen,  welche  sich  durch  den  Strahl  und  die  optischen  Axen  legen
lassen,  halhirt,  während  die  andere  senkrecht  gegen  diese  gestellt
ist.  Ist  nun  der  Spiegel,  welcher  das  Licht  polarisirt,  so  gerichtet,
dass  seine  Reflexions-Ebene  senkrecht  gegen  die  Polarisations-Ebene
des  Analyseurs  steht,  so  werden  im  Allgemeinen  die  auf  den  Krystall
einfallenden  Strahlen  zerlegt,  und  geben  durch  Interferenz  die  bekannten ­
  prachtvollen  Farbenringe;  nur  jene  Strahlen,  welche  an
solchen  Stellen  eintreten,  dass  ihre  ursprüngliche  Polarisations-Ebene
mit  der  erwähnten  Halbirungs-  oder  der  darauf  senkrecht  stehenden
Supplementar-Ebene  zusammenfällt,  werden  ohne  Zerlegung  in  dem
Krystallmedium  ihre  Schwingungen  fortsetzen  und  nach  ihrem  Austritte ­
  von  dem  Analyseur  vernichtet  werden.  Dadurch  entstehen  in
dem  Farbenbilde  dunkle  Streifen  und  ich  will  es  versuchen,  den  Ort
derselben  nach  dieser  Betrachtungsweise  auf  eine  einfache  Weise
zu  bestimmen.
Bezeichnen  wir  mit  F,  F'  (Fig.  4)  die  Axenpunkte,  mit  y  die
Neigung  der  Ebene  der  ursprünglichen  Polarisation  gegen  den
optischen  Hauptschnitt  des  Krystalles,  mit  M  irgend  einen  Punkt
ausserhalb  des  Hauptschnittes  wo  Dunkelheit  entsteht,  so  ist  die  Lage
aller  Punkte  M  durch  die  Bedingung  gegeben,  dass  MN,  die  Linie
welche  den  Winkel  der  Radienvectoren  lialbirt,  mit  der  Abscissen-Axe
  den  Winkel  <p  einschliesse.  Ist  OP  =  x,  MP  —  y,  OF  —  a,
OP  =  —  a,  so  ist  die  Gleichung  der  beideu  Radienvectoren
y'  —  —-—  (af  -|-  a)
y'  =  ———  (x'  —  a)
J  x—ax  }
*)  Fresnel  hat  in  den  Mem.  de  VInstitut  1827  tlas  Biofsehe  Gesetz-  berichtigt: ­
  die  Unterschiede,  welche  zwischen  den  Resultaten  Biots  und
Fresnels  stattfinden,  sind  aber  so  fein,  dass  sie  bei  der  hier  zu  erreichenden ­
  Genauigkeit  ohne  allen  Nachtheil  vernachlässigt  werden  können.
            
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