Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Mineralogische  Notizen.

613

heiten  zeigen,  welche  durch  die  Veränderung  der  Lage,  Zu-und
Abnahme  der  kleinsten  Massentheilchen  hervorgebracht  werden.
Wir  können  somit  die  Krystalle  wegen  dieser  bedeutenden  Abweichungen ­
  nicht  mit  Wahrscheinlichkeit  mit  den  Krystallen  einer  unveränderten ­
  Species  zusammenstellen,  sie  aber  unter  einander  als  zusammengehörige ­
  betrachten,  dabei  aber  nicht  sagen,  dass  sie  Krystalle
des  Triplits  wären  oder  das  bezügliche  Mineral  zum  Triplit  machen,
welcher  früher  aufgestellt  worden  ist.
Gegen  eine  solche  Annahme  spricht  die  von  W.  J.  Craw
(Sillim.  J.  XI.  99)  angestellte  Untersuchung,  zufolge  welcher  man
nicht  berechtigt  ist,  das  Mineral  für  Triplit  zu  halten,  auch  nicht
einmal  zu  schliessen,  dass  es  ein  Zersetzungsproduct  des  Triplits  sei
und  dass  die  bereits  veränderten  Triplite  identisch  mit  diesem  Zersetzungsproducte
  seien.  Eine  solche  Identificirung  ist  freilich  möglich,
wenn  man,  wie  Shepard  so  Mannigfaltiges  vereinigt,  doch  wäre  es
dann  bald  besser,  die  so  vereinigten  Minerale  aus  den  Lehrbüchern
zu  streichen,  als  eine  so  componirte  Species  fortzuführen  und  ihr
dazu  noch  eine  Krystallisation  zu  vindiciren,  welche  einer  ihrem
Ursprünge  nach  ungenügend  bekannten  Pseudomorphose  angehören,
deren  Äusseres  einzelnen  der  vereinten  Minerale  ähnlich  ist.
Das  Aussehen  der  beiden  mir  vorliegenden  Exemplare  ist  auch
von  der  Art,  dass  man  auf  der  Stelle  sieht,  dass  man  keine  ursprüngliche ­
  Bildung  vor  sich  habe.  Die  Farbe  ist  stellenweise  verschieden,
bräunlichschwarz  oder  eisenschwarz,  matt  bis  sehr  wenig  glänzend,
stellenweise  mit  wachsartigem,  stellenweise  mit  unvollkommenem
Metallglanze;  bisweilen  sind  auch  blau  angelaufene  Stellen  zu  sehen.
Die  Krystallflächen  sind  nicht  eben,  zum  Theil  auch  rauh  und  die
Betrachtung  unter  derLoupe  zeigt  unzweifelhaft  eine  durch  chemische
Umänderung  veränderte  Oberfläche.  Dabei  durchsetzen  zahlreiche
Sprünge  dieselben  und  lassen  sie  leicht  zerbrechen.  Eine  Spaltbarkeit,
vielleicht  auch  nur  eine  schalige  Absonderung  parallel  den  Flächen
df  ist  sichtbar.  Vollkommen  undurchsichtig;  Strich  rothbraun,  Härte
=  30  —  SO.
Das  ursprüngliche  Mineral  war  sicherlich  wasserfrei,  doch  lässt
sich  weder  aus  den  beiden  Analysen  Craw’s  eine  Formel  für  die
Pseudomorphose  aufstellen,  noch  die  Zusammensetzung  des  veränderten ­
  Minerales  errathen;  die  Krystallformen  des  Triplits  sind
demnach  jetzt  noch  so  ungekannt  wie  früher.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.