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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Kenngott.

88°  und  90°  und  die  Neigung  von  M:  d  an  dem  einen  Krystalle  um
93°,  an  dem  anderen  um  96°  herum.
Diese  grossen  Unterschiede  in  den  Winkeln  an  verschiedenen,
selbst  der  voraussichtlich  gleichen  Winkel  desselben  Krystalles  liegen
offenbar  in  der  fortschreitenden  Pseudomorphose,  durch  welche  die
an  verschiedenen  Stellen  des  Krystalles  und  an  verschiedenen  Krystallen
  verschiedene  chemische  Beschaffenheit,  das  Resultat  einer
stetigen  chemischen  Umänderung,  die  Dimensionsverhältnisse  entsprechend ­
  verändert.
C.  U.  Shepard  hat  am  angeführten  Orte  p.  113  die  Figur  8
beigegeben,  welche  umgestellt,  als  Fig.  9,  mit  Fig.  7  iibereinstimmt,
im  Vergleiche  der  angegebenen  Winkel,  soweit  man  überhaupt  bei
den  grossen  Unterschieden  von  Übereinstimmung  sprechen  kann.  Nach
seinen  Angaben  ist  M:d—  93°?  ,  M:  c  —  108°,  P  :  c  —  140°  13'
P:  x  —  138»  IS',  P:d  =  119»,  x  :  d  =  167»,  d:d  =  130"
45'  —  131°  15',  M  :  T  —  96».  Man  ersieht  leicht,  welche  Winkel
correspondiren,  nur  ist  der  Charakter  der  Gestalten  durch  die
vorherrschend  ausgebildeten  Flächen  P  ein  anderer.
Auch  .T.  D.  Dana  hat  (Sillim.  J.  XI.  100)  die  Krystalle  dieses
Phosphate  of  Iron,  Manganesc  and  Litliia  beschrieben;  sie
haben  die  in  Figur  10  angegebene  Gestalt,  und  die  Messungen
ergaben  ihm  auch  bedeutende  Abweichungen.  Er  fand  d:d'  —  126°  —
134»,  d:x'  =  108»  —  113»,  d':x  =  115»—  122»,  M:  #=  129»—
132»,  d  :t  =  101»  30'  —  102»,  d‘  :  t  =  110»—  113»  30',  d
(oder  d'  ?)  :  x  —  159»  —  162»,  M  zur  Kante  d  d'  =  93»  —  100°
und  87»  —  80».  Zu  den  Messungen  verwendete  er  zehn  Krystalle
und  erhielt  die  angegebenen  Winkel  durch  das  Anlegegoniometer.
Da  auch  hier  nicht  zwei  Krystalle  übereinstimmend  gefunden
wurden  und  selbst  die  Flächen  des  klinorhombischen  Prismas  d,  so  wie
des  mit  x  bezeichneten  ungleich  erschienen,  wesshalb  er  in  der
Figur  die  Flächen  verschieden  bezeichnete  und  darnach  die  gefundenen ­
  Winkel  angab,  obgleich  sie  doch  nur  als  klinorhombische
Prismen  anzunehmen  sind,  so  geht  aus  allen  diesen  Angaben  hervor,
dass  die  Krystalle  wohl  sämmtlichKrystalle  einerund  derselben  Specics
gewesen  sind,  so  aber,  wie  sie  jetzt  zur  Untersuchung  vorliegen,
verschiedene  Stadien  einer  fortschreitenden  Umänderung  darstellen
und  somit  nicht  nur  unter  einander,  sondern  auch  in  ihren  Theilcn
eines  und  desselben  Individuums  krystaliographische  Verschieden-
            
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