Mineralogische Notizen. 611
einander vorsichtig, hei der gern gesehenen Vereinigung aber noch
viel vorsichtiger sein muss.
Es erscheint daher als durchaus unzulässig, wenn C. U. S h e p a r d
in seinem Werke: Treatise on mineralogy, third edition, New-Haven
1852, p. 112, eine Reihe von Mineralen unter dem gemeinsamen
Namen Triplit vereinigt, wie den Triplit Hausmann’s, das von
Fuchs Triphylin, das von Darnour Alluaudite, dasvonBreithaupt
Zwieselit, das von Vauquelin Hureaulite, das von Berzelius
Tetraphylin, vonNordenskiöld Perowskin, das von Alluaud Heterosite
und Hetepozite benannte Mineral und als Krystallgestalten
der Species diejenigen eines Minerales angibt, welches seihst noch
mannigfache Zweifel in Betreff seiner Geltung als Species und seiner
Übereinstimmung mit irgend einem der namentlich angeführten
Species (?) erregen muss.
Zwei Exemplare der mit dem Namen Triplit belegten Krystalle
vonNorwich, woselbst sie aufgewachsen und verwachsen mit einem
ölgrünen bis graulichgrünen Glimmer, weissem Spodumen und Quarz
Vorkommen, durch Herrn Professor C. U. Shepard selbst an das
k. k. Hnf-Mineralien-Cabinet gesendet, gaben mir Gelegenheit, dieselben
zu beurtheilen und ich kann sie für nichts weiter, als Pseudomorphosen
eines Minerales halten, welches ursprünglich ein Eisenund
Manganoxydul, Lithion und Kalkerde enthaltendes Phosphat
gewesen ist.
Die vorliegenden Krystalle stellen, wie Figur 7 angibt, ein
klinorhombisches Prisma d dar, auf dessen stumpfe Kanten die
schiefe Endfläche M, welche man als Basisfläche ansprechen kann,
gerade aufgesetzt ist und dessen scharfe Kanten noch dazu an dem
einen Exemplare durch die Flächen eines zweiten klinorhombischen
Prismas x zugeschärft sind. Eine genaue Bestimmung der Winkel
war einerseits bei der Beschaffenheit der Krystallflächen nicht
möglich, anderseits durch die Messungen mit dem Anlegegoniometer
flicht zu erreichen, weil die nicht ebenen Flächen in ihrer gegenseitigen
Neigung grössere Unterschiede an den verschiedenen
Krystallen zeigten, als dass dieselben allein von der unrichtigen
Bestimmung durch die Unebenheit der Flächen abhängig sein sollten.
Ich fand nämlich die Neigung von d: d zwischen 132° und 135°,
die von cc : zwischen 164° und 163°, den Winkel der Zuschär-Icngsflächen
x.x nahezu gleich einem rechten Winkel, zwischen