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Gr aili c h.
messbare Kanten zu bieten. BeiAirolo wird in den Drusenräumen des
Gebirges ein Glimmer gefunden, der die erwähnten Attribute in
hohem Grade besitzt. Ich verweise hier auf die weiter unten folgende
nähere Beschreibung, indem ich mich begnüge hier eine etwa 4fach
vergrösserte Zeichnung eines solchen Glimmers beizufügen.
Die Glimmer mit geringer Axendivergenz (Biotite, Phlogopite)
sind allerdings geneigter gut ausgebildete, aufgewaclisene Individuen
zu bilden; doch auch hier sind die schönsten Flächen gestreift und
überall zeigt sich eine grosse Unabhängigkeit der zunächst gelagerten
Schichten.
Bei weitem die meisten Krystalle aber sind eingewachsen , und
hier ist der grosse Einfluss des Nebengesteines in die Augen fallend.
Ich habe in Pressburg, dessen Gebirgsmasse grobkörniger, stark
verwitterter Granit mit Dioritgängen bildet, zwischen Zusammensetzungsstücken
von Feldspath Glimmer gefunden, welcher ganz den
Eindruck einer Pseudomorphose machte; die hiesigen Mineralien-Cahinete
besitzen Belege genug für die Constatirung dieser Abhängigkeit.
An einem Cordierit, der sich im Besitze des Herrn Sectionsrathes
Haidinger befindet, lagert der Glimmer ebenso über und
zwischen die Individuen dieses Minerales. Ausserdem erwähne ich
nur die Glimmer von Zwiesl, Hörlberg, Massachusetts, Neuherg,
Bimaszombat, Bela, Miask u. s. w. Man findet in den verschiedenen
Beschreibungen Angaben über Abweichungen in der grösseren und
kleineren Diagonale, man hat es versucht die vorkommenden Varietäten
in allen möglichen Krystallsystemen unterzubringen, welche nur immer
eine Kaute oder ein Sechseck als Schnitt zulassen und die immer wiederkehrenden
Zweifel und Keclamationen zeigen wie wenig Festigkeit
man diesen Bestimmungen beilegt. Ohne es also zu wagen per
analogiam allen Glimmern ein gerades Prisma zuzuschreiben, nöthigt
doch die grösste Wahrscheinlichkeit die von mir untersuchten als
orthogonal zu betrachten. Die wenigen Winkel, die ich selbst gemessen,
finden sich im folgenden Paragraphe verzeichnet.
2. Lage und Divergenz der optischen Axen.
Bei Glimmern, welche grosse Divergenzen zeigen, genügt ein
flüchtiger Blick durch die Turmalinzange um die Lage des optischen
Hauptschnittes, (welcher hier immer identisch mit der Ebene der
optischen Axen genommen wird, indem die darauf senkrechten Ebenen
unter der Bezeichnung „Längsschnitt und Querschnitt“ angeführt