Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

56

Gr  aili  c  h.

messbare  Kanten  zu  bieten.  BeiAirolo  wird  in  den  Drusenräumen  des
Gebirges  ein  Glimmer  gefunden,  der  die  erwähnten  Attribute  in
hohem  Grade  besitzt.  Ich  verweise  hier  auf  die  weiter  unten  folgende
nähere  Beschreibung,  indem  ich  mich  begnüge  hier  eine  etwa  4fach
vergrösserte  Zeichnung  eines  solchen  Glimmers  beizufügen.
Die  Glimmer  mit  geringer  Axendivergenz  (Biotite,  Phlogopite)
sind  allerdings  geneigter  gut  ausgebildete,  aufgewaclisene  Individuen
zu  bilden;  doch  auch  hier  sind  die  schönsten  Flächen  gestreift  und
überall  zeigt  sich  eine  grosse  Unabhängigkeit  der  zunächst  gelagerten
Schichten.
Bei  weitem  die  meisten  Krystalle  aber  sind  eingewachsen  ,  und
hier  ist  der  grosse  Einfluss  des  Nebengesteines  in  die  Augen  fallend.
Ich  habe  in  Pressburg,  dessen  Gebirgsmasse  grobkörniger,  stark
verwitterter  Granit  mit  Dioritgängen  bildet,  zwischen  Zusammensetzungsstücken ­
  von  Feldspath  Glimmer  gefunden,  welcher  ganz  den
Eindruck  einer  Pseudomorphose  machte;  die  hiesigen  Mineralien-Cahinete
  besitzen  Belege  genug  für  die  Constatirung  dieser  Abhängigkeit. ­
  An  einem  Cordierit,  der  sich  im  Besitze  des  Herrn  Sectionsrathes
  Haidinger  befindet,  lagert  der  Glimmer  ebenso  über  und
zwischen  die  Individuen  dieses  Minerales.  Ausserdem  erwähne  ich
nur  die  Glimmer  von  Zwiesl,  Hörlberg,  Massachusetts,  Neuherg,
Bimaszombat,  Bela,  Miask  u.  s.  w.  Man  findet  in  den  verschiedenen
Beschreibungen  Angaben  über  Abweichungen  in  der  grösseren  und
kleineren  Diagonale,  man  hat  es  versucht  die  vorkommenden  Varietäten
in  allen  möglichen  Krystallsystemen  unterzubringen,  welche  nur  immer
eine  Kaute  oder  ein  Sechseck  als  Schnitt  zulassen  und  die  immer  wiederkehrenden ­
  Zweifel  und  Keclamationen  zeigen  wie  wenig  Festigkeit ­
  man  diesen  Bestimmungen  beilegt.  Ohne  es  also  zu  wagen  per
analogiam  allen  Glimmern  ein  gerades  Prisma  zuzuschreiben,  nöthigt
doch  die  grösste  Wahrscheinlichkeit  die  von  mir  untersuchten  als
orthogonal  zu  betrachten.  Die  wenigen  Winkel,  die  ich  selbst  gemessen,
finden  sich  im  folgenden  Paragraphe  verzeichnet.
2.  Lage  und  Divergenz  der  optischen  Axen.
Bei  Glimmern,  welche  grosse  Divergenzen  zeigen,  genügt  ein
flüchtiger  Blick  durch  die  Turmalinzange  um  die  Lage  des  optischen
Hauptschnittes,  (welcher  hier  immer  identisch  mit  der  Ebene  der
optischen  Axen  genommen  wird,  indem  die  darauf  senkrechten  Ebenen
unter  der  Bezeichnung  „Längsschnitt  und  Querschnitt“  angeführt
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.