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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulations-,  Uespirations-  und  Verdauungs-Apparates.  603

Die  vordere  grosse  Bauchmulde  r'  (Fig.  319)  des  Foetus
scheint  sich  unmittelbar  in  den  Nabelblasengang  zu  öffnen,  denn,  während ­
  alle  übrigen  Theile  des  Centralkeimes  sich  deutlich  histiologisch
abgrenzen,  und  daher  Gestalt  und  Schatten  erhalten,  ist  es  gerade
die  grosse  Bauchmulde,  in  der  die  embryonale  und  histiologische
Entwickelung  zuletzt  erfolgt,  und  ausserdem  setzt  der  Durchgang  der
Nabelgefässe  in  der  That  hier  eine  Lückenbildung  voraus.  Aber  irrthümlich
  hat  man  diese  ganze  Mulde  auf  einem  Querschnitte  schon
für  die  Darmrinne  genommen,  wodurch  jene  früher  angeführte  und
bekämpfte  Meinung  ins  Leben  gerufen  worden  ist.  Mit  der  weitern
Entwickelung  des  Fcetus  tritt  aber  in  diesem  Verhältnisse  der  vorderen ­
  Mulde  r'  des  Foetus  zum  Nabelbläschen  eine  Veränderung  ein,
die,  so  geringfügig  sie  auch  zu  sein  scheint,  doch  nicht  ausser  Acht
gelassen  werden  darf.  Indem  nämlich  das  Blastem  der  Bauchblase
des  Foetus  sich  von  neuem  spaltet,  wodurch  die  Darmmulde  ab
(Fig.  200)  entsteht,  öffnet  sich  auch  diese  scheinbar  in  die  Höhle
des  Nabelbläschens.  Die  Nabelgefässe,  die  hier  in  dem  Dotterblasteme ­
  verlaufen  gehen  dem  ganzen  noch  mehr  den  Anschein  eines
unmittelbaren  Zusammenhanges  zwischen  der  Darmmulde  und  dem
Nabelbläschen.  Noch  ist  in  der  Darmmulde  der  Keim  des  Darmkanales ­
  als  etwas  deutlich  Abgegrenztes  nicht  zu  erkennen  (Fig.  199,
11  b c )  aus  dem  Umstande,  dass  die  Bäume,  in  welchen  sich  diese
verschiedenen  Keime  entwickeln,  in  einander  überzugehen  scheinen,
bat  man  auf  den  unmittelbaren  Übergang  der  erst  später  sich  entwickelnden ­
  Organe  geschlossen.  Bilden  sich  nun  die  Keime  des  Darmcanales,
  so  sind  sie  Anfangs  auch  so  durchsichtig  und  schatten-  und
farblos,  dass  sie  ohne  künstliche  Präparation  gar  nicht  gesehen  werl
 ' en  können,  und  doch  sind  diese  Keime  bereits  etwas  in  sich  vollständig ­
  Abgeschlossenes.  Die  histiologische  Entwickelung  rückt  nun
allerdings  am  Darmrohre  von  den  beiden  Schenkeln,  gegen  den
Berükrungswinkel  hin,  fort;  dieser  letztere  tritt  daher  auch  zuletzt  in
Erscheinung  und  so  wird  wenigstens  an  frischen  Präparaten  der
Eindruck  täuschend  hervorgebracht,  dass  der  Dünndarm  gegen  die
INabelblase  sich  öffne,  und  die  Dünndarmschenkel  überhaupt  von  oben
nac E  unten  sich  allmählich  entwickeln,  um  erst  zuletzt  in  der  Gegend
<ler  Nabelblase  sich  allseitig  abzuschliessen.  Durch  die  Entwicke-|
 lln g  naheliegender  Theile  wird  endlich  auch  die  Mulde  d  (Fig.  199)
lmmer  niehr  verkleinert  und  zuletzt  nur  zu  einen  für  den  Durchtritt
Sltlb -  d -  mathem.-naturw.  CI.  XI.  Bd.  III.  Hft.  39
            
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