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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

die  Räume  a  und  b  eine  blassgelbe,  dotterähnliche  Masse  enthalten,
so  schien  der  Foetus  nach  vorne  offen  und  jene  Theorie  konnte  allerdings ­
  eine  glaubliche  scheinen,  um  so  mehr  als  die  den  Centralkeim
rings  umschliessende  Keimschicht  äusserst  zart  und  durchsichtig,
und  daher  der  directen  Beobachtung  nicht  leicht  zugänglich  ist.
Dies  ist  aber  auch  die  einzige  Thatsache  die  zu  Gunsten  dieser
Theorie  angeführt  werden  konnte,  dagegen  alle  Figuren,  welche  die
Entstehung  der  Dotterblase  nach  dieser  Theorie  deutlich  machen  oder
beweisen  sollten,  sind  wohl  nur  erdacht,  nicht  aber  beobachtet.  Hieher
gehört  namentlich  die  Figur  20  auf  der  IV.  Tafel  der  Entwickelungsgeschichte ­
  von  Baer*  welche  den  ersten  Anfang  der  Darmabschnürungbedeuten ­
  soll,  während  die  von  mir  eben  gegebeneFigur,  welche
bei  Baer  jedoch  äusserst  unvollkommen  in  der  Figur  21  derselben
Tafel  dargestellt  ist,  die  weitere  Entwickelung  und  Vollendung  dieser ­
  Abschnürung  wiedergeben  wurde.  Etwas  ,  was  Baer’s  Figur  20
im  Entfernten  ähnelt,  kann  man  erhalten,  wenn  man  an  einem  Querschnitte ­
  die  beiden  Seitentheile  des  Präparates  zerrt;  hierdurch  reisst
die  dünne  Schicht  m,  n  durch  Fig.  I.  Ebenso  ist  zwischen  der
Figur  20  bei  Baer,  und  der  folgenden  ein  bedeutender  Sprung,  so
dass  sich  diese  beiden  Figuren  durchaus  nicht  an  einander  anschliessen,
  auch  wird  es  nicht  gelingen,  die  fehlenden  Mittelglieder  in  der
Wirklichkeit  nachzuweisen,  so,  dass  die  Behauptung:  die  Figur  21
entwickle  sich  aus  der  Figur  20  jedes  Grundes  entbehrt.  Dagegen
sind  die  anderen  Figuren  bei  Baer  wieder  bis  auf  einige  Einzelheiten, ­
  die  jedoch  sehr  wichtig  sind,  der  Natur  entnommen
und  an  diese  Figuren  und  auf  den  letztem  Umstand  hin,  schliesse
ich  meine  Theorie  über  die  Bildung  der  beiden  in  Rede  stehenden
Blasen  an.
Ich  habe  in  der  Figur  III  einen  Durchschnitt  durch  die  ganze
Dotterkugel  in  einem  Entwickelungsstadio  gegeben,  in  welchem  bereits ­
  die  Amnioshaut  und  die  von  derselben  aus  demFcetusleibe  gleichsam ­
  heraustretende  scheidenartige  Verlängerung  sich  gebildet  hat.
Hierdurch  öffnet  sich  der  Nabelgang  gegen  die  Dottermassen  und  die
Gefässe,  welche  durch  den  Nabelstrang  heraustreten  können,  auch  an
dieser  und  zwar  an  der  äusseren  Umkleidung  derselben  verlaufen  und
sich  verästeln.  Die  Dotterblase  wird  nun  alle  jene  Formveränderungen ­
  durchmachen,  welche  wir  bei  den  verschiedenen  Thierspecies
auftreten  sehen.
            
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