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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulations-,  Respirations-  und  Verdauungs-Apparates.  599

genommen  wo  die  Gefässe  eintreten)  einen  hautartigen  Überzug,
welcher  sich  später  zur  Serosa  gestaltet.  Ich  habe  dieses  Verhältniss,
um  durch  viele  Zeichnungen  nicht  undeutlich  zu  werden,  bloss  an
einer  Darmschlinge  (Fig.  310)  bei  a  oder  Fig.  28b  dargestellt,
indem  die  Darmschlinge  allmählich  über  dieMulde,  in  der  sie  entstanden ­
  ist,  herauswächst,  nimmt  sie  auch  jenen  Überzug  des  Keimes
mit,  der  als  äusserste  Bedeckung  des  Darmstückes  zur  Serosa  desselben ­
  wird.
Das  Dickdarm-Peritonäum  übergeht  ohne  Grenzen  mit  seinem
untern  Blatte  in  das  Dünndarmgekröse  was  ich  in  der  286.  Figur
bei  1  n  deutlich  zu  machen  gesucht  habe,  dadurch,  dass  ich  den  Zug
des  Peritonäums  als  einen  gefärbten  Streif  (gleichsam  senkrechter
Mittelsehnitt  desselben)  von  den  Contouren  des  Dünndarmblastems
abtrennte.  Durch  Vergleichung  mit  den  anderen  bisher  gegebenen ­
  Figuren  wird  es  sehr  leicht  sein,  in  der  Zeichnung  sich  zu
orientiren.
Der  untere  der  beiden  ursprünglichen  Schenkel  des  Dünndarmes
ist  einer  so  bedeutenden  Vergrösserung  und  Gestaltveränderung  nicht
unterworfen,  läuft  daher  in  Form  eines  wenig  geschlängelten  Bogens
gegen  den  Dickdarm  hinaus,  und  besitzt  auch  ein  um  so  kürzeres
Gekröse,  je  näher  er  demselben  liegt;  ein  Umstand,  der  aus  seiner
ganzen  Entwickelung  und  Lagerung  so  deutlich  ist,  dass  ich  wohl
kaum  nothwendig  habe  weiter  in  denselben  einzugehen.  Durch
diese  ungleiche  Entwickelung  der  beiden  Schenkel  des  Dünndarmes
wird  aber  auch  die  Darmstelle  a  (Fig.  283)  an  der  Anfangs  der
obem  und  untern  Dünndarmschenkel  spitzwinkelig  zusammentreten,
nicht  mehr  in  der  Mitte  des  Dünndarmes,  sondern  weit  unter  derselben ­
  sich  befinden.  Diese  Stelle  ist  es  aber  gerade,  an  der  beiErwachsenen
  die  sogenannten  Darmdivertikel  erscheinen,  es  ist  sonach  aus
diesem  ganzen  Entwickelungsgange  begreiflich,  dass  diese  Divertikel
meist  in  dem  untern  Verlaufe  des  Dünndarmes  und  zwar  nur  wenige
Zolle  von  der  Grimmdarmsklappe  entfernt  Vorkommen.  So  ist  wohl
kaum  irgend  ein  Punkt  der  physiologischen  oderpathologischen  Entwickelungsgeschichte ­
  der  in  der  angegebenen  Theorie  nicht  seine
Erörterung  und  genügende  Erledigung  fände.
'  Was  endlich  das  Peritonäum  des  Dickdarmes  betrifft,  so  ist
das  Wichtigere  über  dasselbe  mit  hinreichender  Ausführlichkeit  zur
Sprache  gekommen,  nur  über  den  absteigenden  Theil  des  Dickdar-
            
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