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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulaüons-,  Respirations-  und  Verdauungs-Apparates.  597

Zeichnungen  über  die  Darmentwickelung  wird  dies  anschaulich
machen.  Die  Mulden,  in  denen  sich  der  Dickdarrn  entwickelt,  z.  B.
in  der  Fig.  288  sind  zum  Theile  sogenannte  Hauptmulden,  d.  h.  sie
sind  von  den  zwei  grössten  und  ursprünglichen  Blastemmassen  gebildet. ­
  Die  Mulden  in  denen  dagegen  der  Dünndarm  entsteht,  sind  zum
Theile  sogenannte  Nebenmulden  der  kleinsten  Art,  d.  h.  sie  sind  durch
weitere  Theilung  der  urprünglichen  Blastemmassen  entstanden;
wie  nun  die  durch  fortgesetzte  Theilung  gebildeten  Blasteme  immer
kleiner  und  kleiner  werden,  so  auch  die  zwischen  ihnen  befindlichen
Mulden;  die  in  diesen  letztem  abgelagerten  Keime  werden  daher  wieder ­
  kleiner  erscheinen  als  jene  in  den  Hauptmulden  und  hiermit  ist
der  Unterschied  zwischen  dem  dünnen  und  dicken  Darme  gegeben.
So  wird  man  daher  wieder  umgekehrt  aus  dem  Laufe  und  der  Anordnung ­
  der  dicken  und  dünnen  Därme  auf  die  ursprüngliche  Bildungsstätte, ­
  aus  dieser  auf  die  Anzahl  der  Spaltungskeime  zu  schliessen
berechtigt  sein,  was  begreiflich-  bei  vergleichenden  Untersuchungen
von  höchster  Wichtigkeit  werden  kann.  Selbst  im  Verlaufe  ein  und
desselben  Darmstückes  sind  übrigens  die  Durchmesser  nicht  gleich;
wie  aus  der  Vergleichung  der  verschiedenen  Theile  des  Dickdarmes
und  der  ihm  angewiesenen  Mulden  leicht  hervorgeht.
Was  die  weitere  Entwickelung  des  Dünndarmes  betrifft  (ich
meine  hier  seine  Länge  und  Gestaltveränderung,  von  seiner  histologischen ­
  Entwickelung  wird  noch  später  die  Rede  sein),  so  habe
ich  dieselbe  zwar  keiner  ausführlicheren  Untersuchung  unterworfen,
doch  wird  es  nicht  schwer  sein,  eine  Theorie  derselben  aufzustellen,
welche  allen  nur  möglichen  Anforderungen  genügt,  wenn  man  den
bisher  gegebenen  Entwickelungsgesetzen  treu  bleibt  und  zugleich  die
Formen  des  ausgewachsenen  Darmcanales  berücksichtiget.  Als  bisheriger ­
  Grundsatz  für  die  Darmentwickelung,  so  wie  für  die  Entwickelung ­
  jedes  anderen  Canales  wurde  aufgestellt,  dass  sich  derselbe ­
  immer  nur  in  den  Furchungsmulden  der  Keime  bilde,  eben  so
wurde  die  Thatsacbe  fortwährend  festgehalten,  dass  jeder  Keim  einer
fortgesetzten  Spaltung  oder  Furchung  nach  einem  bestimmten  Gesetze
unterliege.  Auf  diese  Grundsätze  basirt,  wird  die  Theorie  der  Entwickelung ­
  folgende  sein  müssen.
Man  nehme  einen  senkrechten  Mittelschnitt  durch  die  ganze
Länge  der  Bauchblase,  etwa  (Fig.  308)  der  mithin  in  der  senkrechten ­
  Mittelebene  (Fig.  304,  303)  geführt  worden  ist,  und  unterwerfe
            
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