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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

bildung  gegeben,  aber  der  Canal  noch  nicht  hohl,  sondern  wieder  mit
homogener  Blastemmasse  gefüllt,  die  sich  von  neuem  metamorphosirt,
bis  endlich  durch  weiter  fortgesetzte  histiologische  Metamorphosen
die  Wände  des  Keimes  derartig  sich  verändern,  dass  sie  nun  vom
Inhalte  sich  wesentlich  unterscheiden,  und  als  etwas  Selbstständiges
gedacht  werden  können,  dann  erst  kann  von  einem  Canale  die  Rede
sein.
Und  in  diesem  Umstande  liegt  die  Erklärung  des  ganzen  Rätlisels,
  warum  der  Darm  wie  jeder  andere  Canal  anfangs  nirgends  frei
nach  aussen  mündet,  was  in  der  gewöhnlichen  Sprachweise  als  eine
Verwachsung  der  Öffnungen  bezeichnet  wird.  Der  Darm  ist  aber  nie
durch  eine  Haut  geschlossen,  welche  erst  später  resorbirt  werden  muss,
sondern  er  erscheint  eben  anfangs  geschlossen,  weil  er  überhaupt
noch  keine  mit  heterogener  Masse  gefüllte  Höhle  gebildet  hat.  Tritt
die  Höhlenbildung  auf,  so  wird  auch  die  Mündung  des  Darmrohres
nach  aussen  hin  frei,  die  Höhlenbildung  tritt  aber  auf,  indem  sich  die
Peripherie  des  Darmkeimes  histiologisch  von  den  inneren  Theilen
sondert.  Findet  sich  bei  einigen  Individuen  wirklich  eine  Verschliessung
  des  Mastdarmes  durch  eine  Membran  vor,  so  ist  dies  eben  eine
anomale  Bildung,  die  entweder  durch  unvollkommene  Höhlenbildung
oder  erst  später  aufgetreten  und  nicht  vielleicht  dadurch  entstanden
ist,  dass  die  Ausbildung  des  Darmrohres  irgendwie  gehemmt  wurde.
—  Aus  der  in  Fig.  287  gegebenen  Seitenansicht  des  Fcotus  ist  ersichtlich ­
  ,  dass  der  Dickdarm  unmittelbar  vor  dem  Rumpfsäulenkeime
mithin  auch  unmittelbar  vor  dem  Schwänze  des  Fcetus  bei  f  ausmündet. ­

Alle  die  bisher  betrachteten  Abtheilungen  des  Darmrohres  entwickeln ­
  sich,  wie  leicht  einzusehen  mit  einer  grossen  Unabhängigkeit
von  einander  und  es  wäre  daher  eben  so  leicht  denkbar,  dass  ein  oder
das  andere  Darmstück  fehlte,  während  die  übrigen  Theile  sich  entwickeln. ­
  Gewöhnlich  ist  nur  die  Entwickelung  des  Rectums  mangelhaft, ­
  auch  ist  es  wahrscheinlich,  dass  wenn  ja  ein  Fall  eines  Mangels
einer  andern  Darmstelle  aufträte,  alle  die  zu  ein  und  derselben  Mulde
gehörigen  Darmstücke  sich  entwickeln  oder  fehlen,  während  jene
einer  anderen  Mulde  wieder  ganz  unabhängig  sich  darstellen  würden.
Im  Vorausgegangenen  ist  mehrfach  darauf  hingewiesen  worden,
dass  die  Dicke  des  Darmes  in  den  ersten  Umständen  der  Entwickelung'
ihren  Grund  hat.  Eine  kurze  Betrachtung  einer  der  bisher  gegebenen
            
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