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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Untersuchungen  über  den  ein-  und  zweiaxigen  Glimmer.

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schiedener  Wellenlänge  in  (las  Mittel  dringt.  Ich  habe  die  Mittellinie
nicht  variiren  gefunden,  so  wie  auch  die  Lage  des  Hauptschnittes
immer  dieselbe  blieb;  da  ich  aber  nicht  im  Stande  war  diese  Verhältnisse ­
  einer  genaueren  Prüfung  zu  unterwerfen,  so  kann  ich  hierauf ­
  weniger  Gewicht  legen.
Goniometrische  Messungen  am  Glimmer—und  auf  solche  stützen
sieh  die  erwähnten  Angaben  über  die  klinoedrischen  Abmessungen  der
Grundgestalt  —  sind  nur  in  wenigen  Fällen  möglich,  und  selbst
diese  wenigen  Fälle  werden  noch  bedeutend  reducirt,  wenn  man  auf
folgende  Beobachtungen  Rücksicht  nimmt.  Der  Glimmer  zeigt  ein
ausgezeichnetes  Bestreben  sich  in  der  Ebene  auszubilden  und  eine
Lamelle  lagert  über  der  andern,  mannigfach  nach  rechts  und  links
verschoben.  Sind  die  Verschiebungen  von  geringerem  Betrage  und
gleichmässig  von  Schicht  zu  Schicht,  so  entstehen  glänzende  aber
windschiefe  Seitenflächen,  wie  man  z.  B.  an  dem  Glimmer  von
Weatherfield  sehen  kann;  doch  fehlen  ähnliche  Stellen  fast  nirgends
wo  glänzende  Prismenflächen  Vorkommen;  an  solchen  Stücken  erhält
man  Winkel,  die  sich  jedem  beliebigen  Systeme  accommodiren.  Doch
auch  wo  die  Seitenfläche  vollkommen  eben  und  keine  Verschiebung
wahrnehmbar  ist,  kann  man  Werthe  bekommen,  die  durchaus  nicht
geeignet  sind  als  Ausdruck  des  Moleculargesetzes  zu  dienen,  welches
der  Krystallisation  zu  Grunde  liegt.  Denn  einerseits  ist  die  Oberfläche
der  Theilungsfläehe  so  gleichförmig  und  eben  sie  auch  scheinen  mag,
selten  fehlerfrei  wie  man  sich  leicht  überzeugt  durch  ein  einfaches
Spiegeln;  —  gegen  den  Rand  hin  mehren  sich  diese  Unregelmässigkeiten ­
  und  er  ist  meist  entweder  abwärts  gedrückt  oder  leicht  aufgeneigt; ­
  andererseits  findet  man  unter  einer  wohl  ausgebildeten
Seitenfläche  Unregelmässigkeiten  im  Innern  des  Krystalles  verborgen,
wie  das  an  den  Glimmern  von  Zinnwald,  Schlaggenwald,  Kollin,
Pfintsch  und  Arendal  wahrgenommen  werden  kann,  wo  oft  ganz  verschiedenartig ­
  durch-,  an-  und  auf  einander  geschichtete  Lamellen
unter  einer  glänzenden  und  ebenen  Hülle  zu  treffen  sind.  —  Wo  ich
immer  Glimmer  gefunden,  die  nicht  durch  Ausscheidung,  sondern
auf  dem  Wege  der  Sublimation  sich  gebildet,  war  er  höchst  feinblätterig, ­
  doch  stets  so,  dass  die  Lamellen  wie  über  einander
verschoben,  parallel  und  auch  nicht  parallel  gelagert  erschienen
(Fig.  3),  und  nie  findet  man  grössere  Complexe  völlig  paralleler  und
zugleich  gleich  grosser  Blättchen  was  offenbar  nothwendig  ist  um
            
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