des Circulations-, Respirations- und Verdauungs-Apparates. 591
Gesetz bei dem mehrfachen Magen der Wiederkäuer von selbst dar,
und es wird gewiss nicht schwer halten an diesem scheinbar so complicirten
Organe dasselbe nachzuweisen und zu beweisen.
Schnitte, welche etwas tiefer als der vorige in der Bauchregion
etwa geführt werden, geben zwar im Allgemeinen ein ähnliches Bild
nur erscheint hier der Hautstreif, an welchem der Magen befestigt
ist fg (Fig. 208) der, wie bereits bekannt, das kleine Magennetz darstellt,
um ein bedeutendes länger, der Magen um vieles kleiner, was
sich leicht aus der Frontansicht der Magen- und Leberblase erklären
lässt, da der Durchschnitt dieser kugelartigen Blasen um so kleiner
wird, je mehr er dem Pole derselben sich nähert. Hierbei muss aber
die Entfernung der Leber vom Magenkeime um so grösser werden je
tiefer nach unten der Horizontalabschnitt geführt wird, und der Magen
scheint daher auch eine.um so längere Befestigungsfalte zu
haben. Derartige Durchschnitte mit einem langen Magenbande kann
man sich ziemlich leicht verschaffen, der Magen scheint hier an einem
zuweilen stark gekrümmten Gekröse zu hängen und wahrscheinlich
ist auch durch diese Krümmung und durch die vermeintliche Ortsveränderung
des Magens die Hypothese über die Entwickelung des
grossen Magennetzes entstanden.
Im Übrigen erfolgt die Magen- und Darmentwickelung entweder
.zu gleicher Zeit oder in ganz kurz aufeinanderfolgenden Zeiträumen,
nicht alle Keime sind aber zu gleicher Zeit deutlich genug sichtbar,
und die weitere Ausbildung erfolgt allerdings in dem einen Abschnitte
des Verdauungsschlauches früher als in dem andern.
Frühzeitig, eigentlich am ersten unter den Theilen des Verdauungsschlauches
sichtbar ist übrigens der Dünndarm; ich habe
aber seine Entwickelung bis hierher verschoben, da dieses Darmstück
zum grössten Theile einem tieferen Querschnitte angehört als die eben
abgehandelfen Organe, und weil seine Entwickelung eine mehrfache
Theilung des untern Bauchblastems voraussetzt. Ich werde daher im
Folgenden die Entwickelung des Dünndarmes nachholen.
Die Blasteme a und b (Fig. 180) oder die beiden Blasteme d
und b (181) sind es, zwischen denen die erste Keimmasse des
Dünndarmes sich entwickelt. So besteht nun der ganze Unterleib des
Fffitus aus 3 Hauptblastemen, von denen die zwei ersten eine gemeinschaftliche
Umfassung zeigen. Die hierdurch entstandenen Darmmulden
rs (Fig. 180) von denen besonders der an der Wirbelsäule gelegene