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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

S90

Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

zu  welchem  Behufe  wohl  wieder  ein  horizontaler  Schnitt  fürs  Erste
sich  am  zweckmässigsten  erweisen  wird.  Ein  solcher  ist  hekanntlicli
(Fig.  208)  durch  das  Leber  und  Magenblastem  oder  die  schematische
(Fig.  201).  In  dem  letztem  Schnitte  sieht  man  an  der  linken  Seite
des  Foetusleibes  die  Wand  desselben  aus  drei  parallelen  Schichten
zusammengesetzt,  hiervon  ist  die  erste  die  Wand  des  grossen  Leibeskeimes; ­
  die  mittlere  die  Wand  des  Unterleibskeimes,  die  innerste  die
Wand  des  Keimes,  aus  dem  sich  die  Leber  entwickelt.  Die  Leber
entsteht  aus  2  Hauptblastemen  B  und  C,  welche  an  der  Berührungsfläche ­
  mit  einander  verwachsen;  hinter  dem  linken  Leberlappen  entwickelt ­
  sich  der  Magen,  letzterer  ist  daher  durch  einen  kurzen  Hautstreif ­
  fg  (Fig.  201,  208)  mit  dem  Keime  des  linken  Leberlappens
verbunden.  Der  Magenkeim  hat  anfangs  eine  rundliche  Form,
(Fig.  299)  durch  weitere  Spaltung  entsteht  die  Form  300,  welche
heim  Menschenmagen  die  bleibende  ist,  und  mit  ihr,  da  durch  die
Spaltung  der  Magen  nach  rechts  hin  sich  vergrössert,  eine  scheinbare
Lageveränderung.  Auch  scheint  die  Trennung  der  Magenhaut  in  eine
rechte  und  linke  histologisch  von  einander  geschiedene  Hälfte  mit  der
ursprünglichen  Spaltung  des  Magenkeimes  zusammenzuhängen.
Die  Trennung  der  Magenwände  in  verschiedene  Schichten  erfolgt ­
  gleichfalls  nach  dem  schon  vielmal  erwähnten  Gesetze.  Der
Durchmesser  der  Magenhöhle  steht  zum  Durchmesser  des  ganzen
Magens  in  einem  solchen  Verhältnisse,  das  aus  dem  obersten  Bildungsgesetze ­
  S=m  M-\-1  sich  ableiten  lässt;  jede  der  Hauptschichten
der  Magenwand  wie:  die  Mucosa,  die  Musculuris  und  die  Serosa
sind  was  ihre  Dicke  betrifft,  dem  allgemeinen  Entwickelungsgesetze
der  Zellen  Z—nlc—  (n—1)  1-5  unterworfen  und  aus  diesem  in  der
bekannten  Weise  abzuleiten.  Doch  hiervon  später.  —  Es  liegt
übrigens  in  der  Natur  der  Sache,  dass  das  seröse  Blatt  so  wie  überhaupt ­
  die  Wände  aller  Canäle  im  Verhältnisse  zum  Lumen  derselben
um  so  dicker  sind,  je  jünger  der  Embryo  ist.  Namentlich  am  Magen
hat  das  seröse  Blatt  anfangs  eine  beträchtliche  Dicke.
Ich  habe  mich  mit  diesen  Untersuchungen  über  die  Entwickelung ­
  des  Magens  begnügt,  seine  weiteren  Metamorphosen  dagegen
nicht  verfolgt.  Ich  zweifle  aber  keinen  Augenblick,  dass  es  gelingen
wird,  die  weitere  Gestalt  und  (scheinbaren)  Lageveränderungen  dieses
Organes  auf  das  Einfachste  der  Entwickelungsgesetze,  auf  die  fortgesetzte ­
  Spaltung  zurückzuführen.  Namentlich  bietet  sich  dieses
            
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