des Circulations-, Respirations- und Verdauungs-Apparates. 585
das eine Blatt zieht vor das andere hinter dem Magenblasteme vorbei
zu dessen unterstem Theile, wo sie sich vereinigen, um von nun an
ungetrennt an der untern Fläche des Leberkeimes und von hier aus
parallel der vordem Bauchwand bis zu den Punkten o o' nach unten
zu verlaufen. Von diesen Punkten schlagen sie sich wieder nach
aufwärts um, bis sie zum Grimmdarmkeime verlaufen: vor diesem
trennen sie sich; das eine Blatt läuft über, das andere unter dem
Grimmdarmkeime, beide dann nachdem sie den letztem verlassen
haben wieder vereinigt nach hinten an die Rumpfsäule. Und hier
trennen sie sich wieder. Das eine Blatt steigt der Rumpfsäule entlang
von dem Punkte p wieder zu dem Punkte in!, das andere geht
aber zum Dünndarm, diesen scheidenartig umschlingend. Von m in!
bis zum Magen heissen beide Blätter das kleine Magennetz; vom
Magen bis zum Quergrimmdarme bilden sie das grosse Magennetz;
vom Grimmdarme bis zur Wirbelsäule das Grimmdarmgekröse, dessen
eine Theil in das Dünndarmgekröse übergeht. Die Figuren 285, 286
zeigen dies deutlich in weniger schematischer, daher mehr gerundeter
Form. So hängt nun vom untern Magenrande beutelartig
(Fig. 285) eine Hautfalte nach unten; diese besteht aus 4 Blättern,
wovon 2, die vordem, absteigend, die beiden andern, die hintern,
aber aufsteigend genannt werden können. Zwischen diesen Blattpaaren
liegt eine Höhle oder vielmehr eine Spalte S, die an der
hintern Fläche des Magens um denselben herum bis in die Nähe der
Wirbelsäule führt. Diese ganze Hautfalte ist nun das grosse Magennetz,
wie bereits tlieils durch die Zeichnung, theils durch die Beschreibung
deutlich geworden sein wird, und die bei S (Fig. 285)
angedeutete Höhle ist eben keine andere als die Höhle der Bursa
omentalis oder die Winslow’sche Höhle (auch die Höhle des kleinen
Peritonäalsackes genannt), und alle Verhältnisse dieser Bursa omentalis
werden durch diese Darstellung der Entwickelungsgeschichte
nicht nur vollkommen verständlich, sondern wohl begründet. Auch
hier muss ich wiederholen, dass fast alle Theile im thierischen Organismus
sich gleich ursprünglich an der Stelle entwickeln, wo wir
s >e später linden; und wenn es den Anschein gibt, als hätten sie
später Ortsveränderungen unternommen, so rührt dies von eingeh'etener
Gestalt und Grössenveränderungen her, wodurch sich ihr
Verhältniss zu naheliegenden Theilen und hiermit scheinbar auch die
Lage verändert. Die Theorie, welche J. Müller über die Bildung