582
Engel. Darstellung der ersten Entwickelung
Leberblasteme und zwar hart an demselben, aber umschlossen von
der grossen Unterleibsblase das anfangs kleine, nicht hohle Magenblastem
C, welches ein dünner Blastemstreif baut- oder scheidenartig
umgibt. Dieser Keim, der Anfangs so klein ist, dass er sich
der Beobachtung fast entzieht, erreicht rasch eine bedeutende
Grösse und nimmt bald den grösseren Theil der linken Hälfte des
Foetusleibes ein, so dass dadurch der linke Leberlappen in seiner
ferneren Entwickelung beeinträchtigt wird. Es entsteht dadurch die
Figur 208. Die weitere Entwickelung des Bauchfelles ist nun einfach.
Der ganze um die Leber und das Magenblastem verlaufende Saum
mn opr s (Fig. 208) spaltet sich in 2 Blätter, welche bei den
Punkten p und q in einander übergehen. Davon wird das äussere
Blatt, welches mit der Wand des grossen Baucliblastems verschmilzt,
zum parietalen Bauchfellblatt; das innere Blatt dagegen liegt der
Leber fest an und wird zum visceralen Theile des Bauchfelles. Dort
wo das Magenblastem eingetragen ist, geht die äussere Lage des
Blattes m nopr s von dem Punkte s an um den Magen herum, das
innere liegt an der andern Fläche des Magenblastems an, so dass
dieses nun ganz vomPeritonäum eingeschlossen ist und nur bei dem
Punkte t eine Eingangspforte für später entwickelte Gefässe hat.
Die Keimschiebt s t, welche hei J. Müller Mesogastrium heisst,
wird zu einem Theile des kleinen Magennetzes.
Wahrscheinlich dient der Winkel E (Fig. 307) welcher zwischen
diesen Blastemen frei geblieben ist, zur Bildungsstätte der
Milz; hierdurch Hesse sich nicht allein das Lagerverhältniss dieses
Organes zum Magen, sondern auch die Bildung des Ligamentum
gastro-linale leicht erklären. Doch fehlt mir hierüber jede Erfahrung,
daher ich mich mit clieser Andeutung begnüge.
Für Längenschnitte, an welchen nun die weitere Entwickelung
untersucht werden muss, wähle ich die linke Seite des Foetus,
Nach der Figur 180, 181 ist zwischen dem Oberbauchblasteme
a und dem Unterbauchblasteme b eine dreiseitige Furche r s,
welche ich von nun an die Darmmulde nennen werde, da die erste
sichtbare Darmanlage entsteht. Hat sich das Blastem a (Fig. 180)
wieder in die beiden Blasteme c und d gespalten, so erscheint
innerhalb der Oberbauchblase eine neue äquatoriale Furche mm,
welche ich nun die Magennetzfurche nennen werde, denn sie ist
hauptsächlich zur Aufnahme dieser Theile bestimmt. Von diesen