des Circulations-, Respirations- und Verdauungs-Apparates. S81
zunächst der künftigen Wirbelsäule noch unerfüllt lässt. Diese
Räume sind, wie man sich an einem Längensehnitte überzeugt, noch
zum Brustraume gehörig und nehmen die Keime für die Lunge auf.
Innerhalb der grossen Unterleibsblase A (Fig. 201 B) entsteht aber
wieder die obere Bauchblase c (Fig. 181) deren horizontale Projection
wie aus der Fig. 298 ersichtlich ist zur Bauchblase in demselben
Verhältnisse steht, wie die Bauchblase zur Leibesblase, d. h. den
Raum der Bauchblase nicht völlig erfüllt, sondern zu beiden Seiten
der künftigen Wirbelsäule kleine, freie Stellen B lässt, die erst
später durch Blastemmassen ausgefüllt werden. Das Oberbauchblastem
A theilt sich wieder in 2 seitliche Keime (Fig. 303), deren
jeder abermals in 2 Keime zerfällt. Indem die 2 vorderen Keime
theilweise mit einander verschmelzen, entsteht die Figur 307, aus der
alle unnöthigen Zeichnungen weggeblieben. Der Blastemstreif q m n o p
entspricht den gleichnamigen Streifen der 208. Figur; der Raum A
dient zur Aufnahme des Leberblastems; der Blastemstreif qmnop
dagegen wird das Peritonäum. Zu diesem Behufe spaltet es sich in
2 Blätter (Fig. 307), welche bei den Punkten g g' in einander übergehen;
davon liegt das eine der inneren Bauchwand, das andere dem
Leberkeime dicht an: beide Blätter berühren einander unmittelbar,
wie es auch die Zeichnung zeigt und erscheinen an Weingeistpräparaten
gewöhnlich ungetrennt, weil das zwischen beiden gelegene
Plasma gerinnt. Die Mulde o m, welche durch den Leberkeim von
vor nach hinten verläuft, umwandelt sich später in einen Canal, welcher
die Nabelrinne aufnimmt. Sieht man nun den Leberkeim von
oben her an, so stellt er sich als eine zweilappige Masse wie in der
Figur 29G oder 209 dar; von der Seite her betrachtet, hat er eine
fast genau kugeliche Form, und scheint wegen der Durchsichtigkeit
aller ihn umgebenden Theile gleichsam frei in einiger Entfernung von
der Wirbelsäule zu schweben. Sieht man ihn von der Bauchseite des
Fcetus so hat er wie B B in der Figur 190 gleichfalls eine zweilappige
Form. Zugleich erhellt aus dieser Ansicht der Grund jener
Peritonäalfalte, die unter dem Namen des dreieckigen Leberbandes
bekannt ist. Diese Falte ist nämlich nichts Anderes als die Fig. 190
von c nach g verlaufende Einstülpung der grossen Bauchmulde.
Die Erklärung der tiefer geführten Schnitte stösst nun auf keine
weiteren Schwierigkeiten mehr. Zu diesem Behufe gehe ich von der
307. Figur aus. In derselben erscheint rückwärts vom linkseitigen