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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulations-,  Respirations-  und  Verdauungs-Apparates.  S77
Mit  der  weiteren  Ausbildung  des  Thorax  erhält  auch  die  Lunge
nach  und  nach  eine  ganz  andere  Form  und  durch  Zubau  neuer  Keime
tritt  an  derselben  die  bekannte  Lappenbildung  auf.  Indem  nämlich
das  Blastem  B  (Fig.  178)  auftritt,  erscheint  bei  Säugethieren  eine
neue  Mulde  d  (Fig.  190),  zwischen  diesem  eben  gebildeten  Blasteme
und  dem  Herzen  und  in  dieser  neuen  Mulde  auch  ein  neuer  Keim  für
die  Lunge  von  elliptischer  Form,  der  mit  dem  bereits  vorhandenen
Keime  C  (Fig.  195)  zusammenfliesst  und  zum  rechten  mittleren
Lungenlappen  wird,  durch  eine  dritte  und  letzte  Haupttheilung  entsteht ­
  (Fig.  179)  ein  neuer  Muldenraum  c  zwischen  den  oberen  und
unteren  ßrustblastemen.  Diese  ursprünglich  kleine  Mulde  vergrössert
sich  bald  sehr  rasch  und  in  dem  so  vergrösserten  Raume  entstehen
neue  Lungenblasteme,  welche  mit  den  bereits  vorhandenen  zusammenfliessen,
  wodurch  die  Lunge  die  in  Fig.  191  dargestellte  Form  erhält.
Sie  besteht  solchergestalt  aus  3  mit  einander  zusammenhängenden,
durch  tiefe  Einschnitte  theilweise  getrennten  Lappen  von  sehr  ungleicher ­
  Grösse.
Die  linke  Lunge  entwickelt  beim  Menschen  wahrscheinlich  wegen
der  an  der  linken  Seite  erfolgten  Bildung  der  Aorta  nur  zwei  Lappen,
deren  Entstehung  in  ähnlicher  Weise  gedacht  werden  muss,  wie  jene
der  rechten  Seite.
Durch  rasches  Wachsen  des  obersten  Lappens  erhält  endlich
die  Lunge  ihre  bleibende  Form,  der  mittlere  Lappen  bleibt  hinter
dem  oberen  und  unteren  Lappen  in  der  Entwickelung  zurück.
Je  nachdem  nun  Querschnitte  bald  in  grösserer,  bald  in  geringerer ­
  Höhe  oder  bei  mehr  oder  minder  entwickelten  Embryonen
angefertigt  werden,  sind  sie  natürlich  sehr  verschieden.  Sehr  hoch
geführte  Querschnitte  bei  nicht  sehr  entwickelten  Embryonen  zeigen
sich  fast  unter  der  Fig.  152  angegebenen  Gestalt  wie  Schnitte  durch
dieBronchial-Äste;  tiefere  Querschnitte  habe  ich  gerade  oben  gegeben.
Es  wird  nun  keiner  besonderen  Schwierigkeit  unterliegen,  die
Entstehung  der  Lunge  zu  deduciren.  Das  Lungenblastem  wird  sieb,
wie  dies  von  Blastemen  überhaupt  gilt,  zu  Keimen  gestalten,  daher
in  die  periphere  und  centrale  Substanz  sich  spalten,  wie  dies  in  der  letzten ­
  der  eben  gegebenen  Zeichnungen  mit  hinreichender  Deutlichkeit
dargestellt  worden  ist.  Die  Peripherie  wird  zur  serösen  Haut  der  Lunge
und  des  gesummten  Thorax  nach  einer  bekannten  Weise;  die  centrale
Masse  wird  Lungengewebe  nach  einem  Typus,  der  bald  bei  der
            
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