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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

denen  Entwickelungsstadien  des  Fcetus  auch  eine-  verschiedene
Form.  Ich  halte  es  jedoch  für  zweckmässiger,  bevor  ich  zu  diesen
Querschnitten  übergehe,  die  Lungenblasteme  von  verschiedenen  Seiten ­
  her  zu  untersuchen,  und  namentlich  genau  jene  Stelle  zu  bezeichnen, ­
  welche  schon  bei  der  ersten  Entwickelung  der  grossen  Leibesblase ­
  diesen  Organen  gleichsam  Vorbehalten  blieb.
Bekanntlich  finden  sich  im  Innern  der  grossen  Leibesblase  bald
nach  ihrer  Entstehung  zwei  von  einander  getrennte  Räume,  in  deren
vorderem  das  Herzblastem  A,  in  dem  unteren  das  Blastem  des  Unterleibes ­
  B  entstehen,  deren  Hauptentwickelung  eben  der  Gegenstand
der  bisherigen  mühevollen  Untersuchungen  war.  Der  zwischen  beiden
Blastemmassen  befindliche  hintere  Muldenraum  C  (Fig.  177)  ist  nun
die  Bildungsstätte  der  Lungen,  welche  sich  genau  der  Form  dieses
Raumes  anpassen;  ihre  Formen  ändern  sich,  wie  sich  jene  dieses  Raumes ­
  ändert,  so  dass  eine  genaue  Kenntniss  der  Formveränderungen
des  hintern  Brustraumes  den  Schlüssel  zu  allen  Entwickelungs-Metamorphosen ­
  der  Lungengibt.  Diese  Organe  sind  daher  nicht,  wie  man
sich  leider  fast  überall  höchst  unpassend  in  der  Entwickelungsgeschichte
  ausdrückt,  Ausstülpungen  der  Speiseröhre  oder  des  sogenannten ­
  Munddarmes,  sondern  aus  unabhängig  entwickelten  Keimen
hervorgegangen  und  mit  jenen  in  keiner  Epoche  in  einem  inneren
Zusammenhänge.
Von  der  Seite  betrachtet,  hat  daher  auch  der  erste  sichtbare  Lungenkeim ­
  eine  dreiseitige  Form  (Fig.  193  C)  wie  die  Mulde  C,  ist  im
Verhältnisse  zum  gerade  in  dieser  Periode  ungemein  rasch  sich  vergrössernden
  Herzen  unbedeutend,  liegt  hinter-  und  zum  Theile  unterhalb ­
  des  Herzens  und  kann,  seiner  grossen  Durchsichtigkeit  wegen,
leicht  übersehen  werden.  Führt  man  einen  Querschnitt  in  der  Höbe
der  Linie  ab  (177),  so  erscheinen  die  Lungen  hinter  der  Leber  und
dem  Magen  als  kleine,  längliche  Keime,  an  denen  übrigens  zwischen
Peripherie  und  Inhalt  ganz  wohl  unterschieden  werden  kann.
(Fig.  206  C.)
Verfertigt  man  an  mehr  entwickelten  Embryonen  etwas  höher
gelegene  Querschnitte  (in  der  Höhe  der  Linie  cd,  Fig.  177),  so
nehmen  sie  die  in  der  Abbildung  202  angegebene  Figur  an,  in  der
bei  a  der  Querschnitt  der  Speiseröhre,  bei  b  dagegen  jener,  der  in
der  Entwickelung  allerdings  schon  bedeutend  vorgeschrittenen  Lunge
zu  sehen  ist.
            
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