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Engel. Darstellung der ersten Entwickelung
denen Entwickelungsstadien des Fcetus auch eine- verschiedene
Form. Ich halte es jedoch für zweckmässiger, bevor ich zu diesen
Querschnitten übergehe, die Lungenblasteme von verschiedenen Seiten
her zu untersuchen, und namentlich genau jene Stelle zu bezeichnen,
welche schon bei der ersten Entwickelung der grossen Leibesblase
diesen Organen gleichsam Vorbehalten blieb.
Bekanntlich finden sich im Innern der grossen Leibesblase bald
nach ihrer Entstehung zwei von einander getrennte Räume, in deren
vorderem das Herzblastem A, in dem unteren das Blastem des Unterleibes
B entstehen, deren Hauptentwickelung eben der Gegenstand
der bisherigen mühevollen Untersuchungen war. Der zwischen beiden
Blastemmassen befindliche hintere Muldenraum C (Fig. 177) ist nun
die Bildungsstätte der Lungen, welche sich genau der Form dieses
Raumes anpassen; ihre Formen ändern sich, wie sich jene dieses Raumes
ändert, so dass eine genaue Kenntniss der Formveränderungen
des hintern Brustraumes den Schlüssel zu allen Entwickelungs-Metamorphosen
der Lungengibt. Diese Organe sind daher nicht, wie man
sich leider fast überall höchst unpassend in der Entwickelungsgeschichte
ausdrückt, Ausstülpungen der Speiseröhre oder des sogenannten
Munddarmes, sondern aus unabhängig entwickelten Keimen
hervorgegangen und mit jenen in keiner Epoche in einem inneren
Zusammenhänge.
Von der Seite betrachtet, hat daher auch der erste sichtbare Lungenkeim
eine dreiseitige Form (Fig. 193 C) wie die Mulde C, ist im
Verhältnisse zum gerade in dieser Periode ungemein rasch sich vergrössernden
Herzen unbedeutend, liegt hinter- und zum Theile unterhalb
des Herzens und kann, seiner grossen Durchsichtigkeit wegen,
leicht übersehen werden. Führt man einen Querschnitt in der Höbe
der Linie ab (177), so erscheinen die Lungen hinter der Leber und
dem Magen als kleine, längliche Keime, an denen übrigens zwischen
Peripherie und Inhalt ganz wohl unterschieden werden kann.
(Fig. 206 C.)
Verfertigt man an mehr entwickelten Embryonen etwas höher
gelegene Querschnitte (in der Höhe der Linie cd, Fig. 177), so
nehmen sie die in der Abbildung 202 angegebene Figur an, in der
bei a der Querschnitt der Speiseröhre, bei b dagegen jener, der in
der Entwickelung allerdings schon bedeutend vorgeschrittenen Lunge
zu sehen ist.