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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulations-,  Respii-ations-  und  Verdauungs-Apparates.  573
ein  Rückschluss  auf  die  Entwickelung  dieser  Canäle  und  zwar  in
folgender  Art.
Die  ursprüngliche  Blastemmasse  der  Luft-  und  Speiseröhre  wird
in  der  bekannten  Weise  zum  Keime,  dessen  Inhalt  in  zwei  neue  Blastemkugeln ­
  sich  spaltet.  Auch  diese  entwickeln  sich  zu  rundlichen
Keimen,  deren  Höhlen  an  der  Berührungsstelle  in  eine  zusammenfliessen
  und  so  entsteht  die  oben  beschriebene  biscuitartige  Durchschnittsfigur ­
  desjenigen  Canales,  der  gewöhnlich  für  den  Oesophagus
und  die  Trachea  genommen  wird.
Aber  diese  Canäle  sind  noch  gar  nichtvorhanden,  sondern  es  ist
erst  ihre  gemeinschaftliche  Scheide  entwickelt.  In  dieser  biscuitartigen
  Keimhöhle  entstehen  erst  die  eigentlichen  Keime  für  die  beiden
Canäle  (Fig.  ISO),  die  gleich  bei  ihrer  Entwickelung  getrennt  sind,
und  durch  raschere  Grössenzunahme  des  hinteren  Canales,  nämlich
der  Speiseröhre,  wird  die  Figur  1S1  gebildet.  Durch  nachfolgende
Trennung  der  ursprünglichen  Hauptschichten  in  mehrere  parallele
entstehen  dann,  wie  weiter  unten  gezeigt  werden  wird,  die  verschiedenen ­
  Gewebstheile  an  diesen  Canälen,  alsda  sind:  Schleimhaut,
Muskelhaut,  Knorpelschicht  u.  s.  w.,  die  oberste  Abtheilung  der  so
beschriebenen  Blastemmasse  ragt  in  die  Mundhöhle  zwischen  den
bintern  gabelartigen  Verlängerungen  der  Zunge  als  rundes  knotenartiges ­
  Gebilde  hinauf,  wie  dies  bereits  oben  angegeben  und  gezeichnet ­
  wurde,  und  scheint  sich  seiner  ganzen  Dicke  nach  zum  Kehlkopfe
zu  entwickeln.  Doch  habe  ich  gerade  diesen  Theil  zu  wenig  geprüft,
als  dass  ich  mir  ein  gültiges  Urtheil  hierüber  erlauben  sollte.
Ich  kann  nicht  umhin  schon  hier  auf  den  interessanten  Umstand
aufmerksam  zu  machen,  dass  die  gemeinschaftliche  Luftspeiseröhren-Fascia
  sich  nach  rückwärts  in  2  Blätter  spaltet,  die  jederseits  an
der  vordem  Fläche  der  Wirbelsäule  auslaufen.  Hierdurch  entsteht
zwischen  der  Speiseröhre  und  der  Wirbelsäule  ein  allenthalben  abgeschlossener, ­
  in  den  hintern  Theil  des  Brustkastens  führender  Raum
(analog  dem  hintern  Mittelfellspalte),  der  auch  im  Erwachsenen  zwar
nicht  als  Canal  besteht,  aber  doch  jedenfalls  eine  leicht  zu  passirende
Bahn  darstellt,  auf  der  auch  bekanntlich  krankhafte  Flüssigkeiten
vom  Halse  in  die  Brusthöhle  ohne  ein  bedeutendes  Hinderniss  hinabgleiten. ­
  —  Kaum  braucht  besonders  erwähnt  zu  werden,  dass  mit  fortschreitender ­
  Ausbildung  des  Fcetus  auch  die  andern  gegenwärtig  noch
formenarmen  Räume,  welche  der  gegebene  Querschnitt  zeigt,  in
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