570
Engel. Darstellung der ersten Entwickelung
bewahren und beginne mit den Untersuchungen der Unterkieferoder
unteren Gesichtsblastemmasse, welche unter dem Namen des
ersten Kiemenbogens bekannt ist.
Legt man sich, wie dies bereits oben gethan wurde, einen
horizontalen Schnitt durch den ersten Kiemenbogen und den Nackenliöcker,
so hat er die in denFig. 143, 144 dargestellte Form. Es ist
diese Form das Resultat fortgesetzter Theilungen der ursprünglichen
homogenen Halsblastemmasse, was ich bereits früher angegeben habe.
Eine Wiederholung der oben angegebenen Schilderung dürfte jedoch
hier durchaus nicht am Unrechten Platze sein.
Bekanntlich stellt ein Querschnitt durch die homogene Halsblastemmasse
eine elliptische Figur dar (Fig. 157), deren längere Achse
in der Richtung yoii hinten nach vorne verläuft, die Entwickelung
dieser Masse zu einem blasenartigen Keime ist die gewöhnliche. Zwei
neue Blastemmassen entstehen im Innern, davon wird die eine zum
Rückenmarke oder verlängerten Marke (Fig. 157), die vordere b dagegen
zu dem sogenannten Kiemenbogen. Eine in der letztem abermal vor
sich gehende-Längenfurchung erzeugt zwei neue Blasteme (Fig. 158),
in welchen neuerdings eine Quertheilung erfolgt, wie dies in der
Abbildung (Fig. 161) zu sehen ist. Neue Quertheilungen finden in
den beiden vor deren Blasen aa und mit der Quertheilung zugleich
eine bedeutende Grössenzunahme Statt, wodurch die Form (Fig. 163)
entsteht. Von nun an beginnen weitere Metamorphosen dieser Theile.
Die 3 Paare von Keimen, in welche der erste Kiemenbogen sich
getheilt hat, werden zum Unterkiefer und den daran befestigten
Weichtheilen. Aber in den von ihnen umschlossenen Mulden m
(Fig. 163) entstehen neue, rundliche Keime, welche einander anfangs
bis zur Berührung genähert erscheinen (Fig. 164), später m
eine einzige in der Mitte mit einem seichten Eindrücke versehene
Masse zusammenfliessen. Diese beiden Blastem- später Keimmassen
(Fig. 145 in) bilden die ersten Anfänge der Zunge. Neue Keime
legen sich zwischen die bisher vorhandenen (164 n), daher wächst
die Zungenwurzel rückwärts ganz nach der Richtung der Mulden
(164 n) in zwei nach hinten divergirende Fortsätze aus; dann erhält
die Zunge die nach vorne zugespitzte Form (Fig. 146), welche
durch weitere ungleiche Grössenzunahme der einzelnen Theile in die
Form (Fig. 147) a und b übergeht. In der Lücke, welche die beiden
gabelartig nach rückwärts verlaufenden (Haut-) Fortsätze der