des Circulations-, Respirations- und Verdauungs-Apparates. 5(57
Wickelung der Gliedmassen ab, und kehre zur Untersuchung der
Metamorphosen der Leibesblasen zurück.
Von den ursprünglichen beiden Hälften, in welche der Leibeskeim
des Foetus sich tlieilt, war es besonders die vordere Hälfte, der sogenannte
Brustraum (A 177), der bisher einer nähern Untersuchung
unterworfen wurde; der hintere oder Unterleibsraum wurde keiner
andern als einer ganz allgemeinen Prüfung unterzogen. Die nachfolgende
Darstellung beschäftiget sich besonders mit diesem Raume,
dessen Metamorphosen, einmal begonnen, nicht minder rasch fortschreiten,
als jene des Raumes A. Bildungen und Theilungen folgen
rasch aufeinander, zwischen die neuen Keime legen sich aller Orten,
wenn gleichsam der Raum für alle Organe ausgemessen und abgesteckt
worden, wieder die Blasteme dieser Organe nieder, und so
befolgt auch hier die Natur den bisher betretenen Weg, zuerst den
ganzen Aushau zu vollenden, das Haus gleichsam unter Dach zu
bringen, und es erst dann wohnlich im Innern einzurichten.
In der hinteren Abtheilung des Leibeskeimes erscheint zuerst
die grosse Unterleibsblase (i? 177), sie hat eine elliptische Form;
da aber ihr unterer Theil stumpfer ist als jener der grossen Leibesblase,
so bleibt zwischen ihr und dem Ende des grossen Leibeskeimes
ein freier Raum (F Fig. 177 und 186), dessen weitere Veränderungen
grosses Interesse darbieten. Die Unterleibsblase B entspricht
im Allgemeinen dem sogenannten grossen Peritonealsacke.
Eine neue Theilung dieses Keimes, und zwar in querer Richtung
ist das nächste Hauptereigniss, und die Seitenansicht des Foetus
wird daher durch die Figur 180 gegeben sein, wo die beiden über
einander liegenden Blastemkugeln (a und b) die Furchungskugeln des
Keimes B der Fig. 177 darstellen. Von diesen neuen Keimen soll
der obere a die Oberbauchblase, der untere b die Unterbauchblase
heissen, die zwischen beiden befindliche Mulde r s aber von nun an
den Namen der Darmmulde führen, weil in ihr die erste Ausbildung
des Darmrohres von Statten geht. Wie alle diese Mulden, welche
bisher betrachtet worden sind, setzt sich dieselbe nicht allein nach
vorne fort, wie dies der Profil-Hauptschnitt zeigt, sondern sie verlängert
sich durch senkrechte Furchung der Blasteme a und b später
nach oben und nach unten in der Mittelebene des Foetus, so dass sie
von vorne aus gesehen, eine kreuzförmige Furche darstellt, wie dies
in der Fig. 189 bei m, n, o, p zu sehen ist.