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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

wo  sich  die  Extremitäten  bilden,  auftritt,  ist  es  leicht  möglich,  am
Fcetusdurchsehnitte  in  früheren  Entwickelungszeiten  diese  Stellen
von  allen  übrigen  zu  unterscheiden,  und  die  äusseren  Keime  vergrössern
  sich  rasch  in  der  an  der  Fig.  204  angegebenen  Weise
nach  vorne  und  der  Querschnitt  erhält  die  Fig.  206.  Die  Extremitäten ­
  erscheinen  als  stumpfe,  von  beiden  Seiten  des  Fcetus  leicht
abstehende  Fortsätze,  deren  Form  im  Aufrisse  in  der  Fig.  176  M
abgebildet  ist.  Nimmt  man  in  diesem  Entwickelungsstadio  Messungen
vor  und  zwar  erstens  die  Breite  ab  (Fig.  204),  dann  jene  cd  und
endlich  jene  ef,  so  sieht  man  wohl,  dass  diese  Grössen  in  einfachen
Verhältnissen  stehen  müssen,  die  auf  den  bekannten  Grundsätzen
werden  berechnet  werden  können.  Neue  Theilungen  treten  in  den
Keimen  (Fig.  272  a)  auf,  sie  sind  wieder  Quertheilungen  von  aussen
nach  innen  und  der  Extremitätenstumpf  vergrössert  sich  in  einer
auf  die  Theilungsfurche  senkrechten  Richtung  und  überwachst
dadurch  den  Leibeskeim  von  beiden  Seiten  nach  vorne.  Das  Resultat
dieser  Bildung  sind  die  (Fig.  273  oder  156)  senkrechten
Seitenaufrisse.  Endlich  erfolgt  die  dritte  und  eine  vierte  letzte  Theilung
  in  dieser  Richtung;  das  Resultat  dieser  Theilungen  sind  die
Fig.  274,  275,  welche  die  Extremität  in  der  Seitenansicht  darstellten. ­
  So  habe  ich  auch  hier  vorläufig  die  Extremitätenbildung  auf
die  einfachsten  Grundformen  der  organischen  Bildung  zurückgeführt
und  in  die  Erklärung  nichts  aufgenommen,  was  ich  nicht  selbst
beobachtet,  oder  wofür  nicht  viele  bereits  anerkannte  Thatsachen
sprechen.
Noch  muss  erwähnt  werden,  dass  mit  den  ersten  Anfängen  der
Extremität  auch  die  Bildung  der  dazugehörigen  Gefässe  zusammenfällt, ­
  so  dass  in  allen  den  Furchungsmulden,  die  durch  die  Kernspaltung ­
  entstehen,  eben  auch  Gefässe  beobachtet  werden  können.  In  der
Mitte  der  Innenseite  jeder  Extremität  entwickelt  sich  vorerst  ein  einfaches ­
  Gefäss,  das  bald  mehrere  Äste  abgibt  (Fig.  188),  dem  Rande
des  Extremitätenstumpfes  parallel  zieht,  frühzeitig  ein  Bogengefäss,
als  dessen  bleibendes  Rudiment  der  Arcus  arteriosus  volaris  und
plantaris  betrachtet  werden  kann.
Während  so  die  äusseren  Formen  in  rascher  Umbildung  begriffen
sind,  ist  im  Inneren  der  Extremität  noch  keine  wesentliche  Veränderung ­
  vor  sich  gegangen.  Auf  Querschnitten  sieht  man  nur  jenen
Farbenunterschied,  von  dem  ich  bereits  oben  Erwähnung  gethan,  als
            
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