des Circulations-, Respirations- und Verdauungs-Apparates. 563
genügen diese Ansichten nicht, sondern genaue Querdurchschnitte sind
nothwendig, und eine auf der bekannten Grundlage geführte Berechnung
darf nicht fehlen. Ich habe nun bei Hübner-Embryonen in allen
Stadien ihrer Entwickelung bis auf den (Fig. 273) angegebenen
Grad solche Durchschnitte angefertigt und bin durch diese zu einem
Abschlüsse gekommen. Ich werde mich damit zunächst beschäftigen.
Ein horizontaler Leibesdurchschnitt an der Stelle und zu einer
Zeit, wo die Anlage der Extremität eben noch als eine leichte Breitenzunahme
des Foetus erscheint, liefert die in der Fig. 206 wiedergegebene
Form. Hier sieht man wieder bei A den Querschnitt der
Rumpfsäule mit dem Rückenmarke und dem Wirbelkörper. Am Leibesdurchschnitte
aber findet man 4 parallel neben einander liegende
Keime von nahezu gleicher Länge aber ungleicher Breite.
Die Durchschnittsfigur der Leibesblasen bietet zuweilen eine
weniger runde Gestalt dar, als in den früher gegebenen Schnitten.
Andere Durchschnittsfiguren sind 20S, 209, 212 gezeichnet, in denen
die Entwickelung der Extremitäten bereits deutlich zu Tage tritt.
Die Extremität verlängert sich allmählich so, dass sie die Körperwandungen
nach vorne bedeutend überragt, ihr vorderes Ende wird
kolbenartig; deutlich sieht man auf einem Durchschnitte einen ziemlich
scharf begrenzten Farbenunterschied zwischen der Peripherie, welche
weiss, und dem mittleren Theile, welche (dotterähnlich) gelb
erscheint. Der ganze Querschnitt des Foetus bat andere Verhältnisse
angenommen; war er anfangs platt und breit, so ist er jetzt mehr in
derRichtung von vorne nach hinten entwickelt; schienen die Extremitäten
anfangs von den Leibes wänden des Foetus mehr abstehend, so
neigen sie sich nach vorne gegen einander. In den Leibesdurchschnittentreten
nun schon mehrere Räume auf, welche sich mit Keimen
neuer Organe füllen, und welche auch z. B. in der Fig. 212 abgebildet
sind; ihre weitere Beschreibung soll unten erfolgen.
Nach dieser Zusammenstellung der verschiedenen Ansichten und
Durchschnittsfiguren wird es nun möglich sein, über die Art der Ent-"ickelung
der Extremitäten einige Aufschlüsse zu geben; hiernach
zerfällt die ganze Entwickelung in folgende Vorgänge.
In jeder der erstgebildeten Leibesblasteme (Fig. 201) erscheint
sehr bald eine Längentheilung, wodurch ein äusserer (A) und innerer
(ß) Leibeskeim an jeder Seite des Foetus sich entwickelt
(Fig. 203). Indem diese Spaltung des Leibeskeimes in der Gegend