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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

vordere  (270  n)  dagegen  ein  Überbleibsel  der  vorderen  Primitivrinne
gegen  ihren  unteren  Tlieil  durch  die  inzwischen  geschehene  Einlagerung ­
  des  Herzens  bedeutend  vergrössert  ist  und  nur  nach  oben  mehr
spitz  zuläuft.  Ohne  Mühe  wird  man  hier  die  beiden  Mittelfellspalten,
den  vorderen  und  hinteren,  herausfinden  und  über  das  Zustandekommen
derselben  Rechenschaft  geben  können;  man  wird  sieb  den  Grund  angeben ­
  können,  warum  die  grossen  Gefässe  des  Thorax  mit  dem  Herzen ­
  innerhalb  dieser  Spalten,  die  Lungen  dagegen  ausserhalb  derselben ­
  sich  finden,  woher  der  Zusammenhang  des  hinteren  mit  dem
vorderen  Spalten  und  was  dergleichen  Eigenthümlicbkeiten  mehr  sind.
Über  alle  diese  Einzelheiten,  so  wie  über  Lauf  und  Ursprung  der
venösen  Gefässe  kann  ich  jedoch  erst  später  Genaueres  mittheilen,
wenn  ich  die  Entwickelung  der  Lungen  ausführlicher  zu  betrachten
Gelegenheit  nehmen  kann.
Nach  dieser  nicht  unbedeutenden  Abschweifungseies  mir  vergönnt,
die  in  die  Periode  der  Herzentwickelung  fallende,  wenngleich  äusserlich
  noch  nicht  erkennbare  Ex  tr  emit  ät  e  nbildung  zu  untersuchen.
Betrachtet  man  einen  unversehrten  Hühnerfcetus,  so  wird  man  an  der
Stelle  der  künftigen  Extremität  sehr  bald  eine  leichte  Breitenzunahme
gewahr,  wodurch  namentlich  das  untere  Ende  des  Fcetus  die  in  der
Fig.  188  angegebene  Gestalt  annimmt.  Dieser  anfänglichen  Aufschwellung ­
  folgt  bald  eine  deutliche  Abgrenzung  durch  Farbe  und
Durchsichtigkeit:  dort  wo  die  Extremität  sich  herausbildet,  wird  eine
grössere  Menge  minder  durchsichtigen  Plasma’s  abgelagert  und  dem
Unterschiede  in  Farbe  und  Durchsichtigkeit  folgt  bald  eine  deutliche,
durch  eine  muldenartige  Vertiefung  erzeugte  Abgrenzung,  wodurch
der  Fcetus  die  eben  angegebene  Form  (vordere  Ansicht)  und  die
(Fig.  176)  Seitenansicht  erhält.  Rasch  vergrössert  sich  nun  der
Extremitätenkeim  und  erscheint  in  der  unter  272  abgebildeten  Form.
Bald  erkennt  man  än  demselben  eine  senkrechte  Einschnürung  (273),
wodurch  die  Extremität  ein  zweilappiges  Ansehen  erhält;  diese  Form,
verändert  sich  wieder  und  macht  der  Fig.  274  Platz,  welche  endlich ­
  in  die  Form  275  (ein  Hühnerflügel)  übergebt.  Hiermit  ist
der  Hauptausbau  der  Extremität  vollendet  und  nun  beschäftigt  sich  die
Natur  grösstentheils  mit  der  Anlage  der  inneren  Theile  der  Extremität
und  der  weiteren  Ausbildung  und  Vollendung  des  Hauptbaues.
Will  man  sieb  aber  nun  über  die  Art  der  Extremitätenbildung
aus  dem  ursprünglichen  Keime  genaue  Aufschlüsse  verschaffen,  so
            
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