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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulations-,  Respirations-  und  Verdauungs-Apparates.  561

so  ist  wohl  die  Durchschnittsfigur  im  Allgemeinen  dieselbe  (Fig.270),
nur  die  Dimensionen  sind  etwas  geringer.  In  dieser  Durchschnittsebene ­
  sieht  man  die  Aorta  an  dem  Ende  (a)  der  grossen  vorderen
Mulde  hervortreten,  dann  durch  die  Mitte  gegen  die  hintere  grosse
Mulde  in  zwei  Äste  gespalten  sich  hinziehen,  um  wie  der  Profilschnitt
(Fig.  264)  zeigt  nach  unten  zu  biegen,  wo  sie  sich  mit  der  Pulmonalarterie ­
  vereinigt.  Wie  bekannt,  ist  bei  manchen  Thieren  diese  gablige
Theilung  bleibend;  wo  sieb  nur  ein  einfacher  Arcus  Aortae  ausbildet, ­
  hängt  dies  wohl  mit  der  ersten  Entwickelung  des  Herzens  zusammen. ­
  Ein  höher  geführter  Schnitt  würde  wieder  eine  ähnliche
Durchschnittsfigur  geben,  nur  liegt  dieser  in  der  Höhe  des  oberen
Endes  der  Leibesblase,  mithin  in  der  Gegend  des  Endes  des  späteren
Pleurakegels;  auf  diese  Schnittfläche  projicirt,  verläuft  ein  Gefäss  ab
(271)  über  die  Spitze  des  Pleurakegels  (die  Arteria  dorsalis  scap.');
ein  anderes  Gefäss,  in  der  Durehschnittsebene  selbst  liegend  (a  c),
geht  vor  der  Pleura  zu  der  mittlerweile  entstandenen  oberen  Extremität ­
  als  Arteria  subclavia.
Durch  diese  drei  aufeinander  senkrechten  Durchschnitte  und  die
auf  dieselben  normalen  Projectionen  ist  nun  der  Zug  der  grossen  Thoraxgefässe
  mit  vollkommener  Genauigkeit  bezeichnet.  Eine  einfache
regelmässige  Theilung  der  ursprünglichen  Keime  führt  zwanglos  zur
Erkenntniss  des  Grundes  dieser  Gefässanordnung,  und  auch  jede
weitere  Veränderung,  jede  Variation  dieser  Gefässe  im  Thierreiche,
ja  sogar  jede  Anomalie  in  der  Gefässvertheilung  findet  eine  einfache
und  genügende  Erklärung.  Varietäten  aber,  wie  die  eines  gemeinschaftlichen ­
  Ursprunges  der  beiden  gemeinschaftlichen  Carotiden  oder
die  Anwesenheit  zweier  Trunci  anonymi  u.  dgl.  liegen  theils  schon
in  dem  oben  gegebenen  Schema  vofgebildet,  theils  wird  es  leicht
sein,  ihr  Entstehen  aus  neuen  Längs-  und  Quertheilungen  der  Keime
abzuleiten.
Stellt  man  nun  aber  wieder  diese  verschiedenen  horizontalen
Durchschnittsfiguren  zusammen  und  vergleicht  man  sie  mit  dem  früher
abgebildeten  Stirnaufrisse,  so  wird  man  finden,  dass  durch  die  ganze
Länge  des  Brustkeimes,  sowohl  an  der  vorderen  als  auch  an  der  hinteren ­
  Fläche  des  Fcetus  zwei  im  Querschnitte  dreiseitig  gebildete
Mulden  verlaufen,  von  denen  die  hintere  (Fig.  270  m)  sich  an  das
Überbleibsel  der  sogenannten  hinteren  Primitivrinne  anschliesst,  und
an  allen  Stellen  gleiche  oder  fast  gleiche  Dimensionen  besitzt,  die
            
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