Engel. Darstellung der ersten Entwickelung
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sächlich nachzuweisen. Die Blasteme und Keime sind einestheils zu
zart, um überhaupt leicht beobachtet werden zu können, und noch
steht uns kein Mittel zu Gebote, um sie soweit zu härten, dass
brauchbare Schnitte anzufertigen wären.
In ganz gleicher Art ist wohl auch die Entwickelung der dreizipfligen
Klappe zu denken, nur tritt hier noch der Umstand hinzu,
dass die zwischen der Kammerhöhle und dem Conus arteriosus
pulmonalis selbst befindliche Scheidewand sich in ihrem unternTheile
zum dritten Klappenzipfel entwickelt.
Gleichen Schritt mit dieser innernEntwickelunghältauchdieUmgestaltung
jenes Canals, der als gemeinschaftliche Aorta undPulmonalarterie
bisher gedeutet wird. Nach einer gangbaren Ansicht entspringt
die Aorta anfangs aus beiden Ventrikeln. Das ist nur in soferne richtig,
als es überhaupt ursprünglich nur einen Herzschlauch gibt, dessen Ausmündungsrohr
aber weder ganz der künftigen Aorta noch ganz der
künftigen Pulmonalarterie entspricht. Auch die Ansicht über eine spiralige
Drehung beider Gefässe beruht auf einer unrichtigen Auffassung.
Der Entwickelungsgang ist vielmehr, wie deutlich zu erkennen ist,
folgender. Das Gefässrohr, in welches der Herzeanal ausmündet
(Fig. 221) a ist anfangs ein dünnhäutiger Schlauch, dessen Durchschnittsfigur
eine elliptische (Fig. 254) ist, wenn man den Schnitt
etwa in der Höhe des sogenannten Bulbus Aortae, mithin in der
Höhe der Linie ab (Fig. 221) anbringt. Die Durchschnittsfigur
ändert sich nun aber bald und das Lumen erhält die in Fig. 255
dargestellte mehr biscuitartige Form, wobei zugleich ausser der
äussersten Wandschicht noch ein zweites Stratum deutlich erkennbar
wird. Noch eine Stufe weiter und man erkennt nun am Querschnitte
(Fig. 256) zwei vollständig von einander getrennte Lumina, deren
jedes von einer besonclern Wand umschlossen ist. Nach dieser sachgemässen
Darstellung kann über die Art der Entwickelung und die
Bedeutung des ursprünglichen Gefäss-Schlauches kaum mehr ein
Zweifel sein. Was man bisher als bei den Ventrikeln des Herzens
gemeinschaftliche Aorta beschreibt, das entspricht eigentlich der
spätem gemeinschaftlichen Scheide beider Gefässe ebenso, wie
die erste Wand des Herzschlauches zum oberflächlichen, beiden
Herzventrikeln gemeinschaftlichen Muskelstratum sich umgestaltet.
Innerhalb dieser gemeinschaftlichen Gefäss-Scheide entwickeln sich
zwei Reihen völlig von einander gesonderter Blasteme, die sich dann