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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

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sächlich  nachzuweisen.  Die  Blasteme  und  Keime  sind  einestheils  zu
zart,  um  überhaupt  leicht  beobachtet  werden  zu  können,  und  noch
steht  uns  kein  Mittel  zu  Gebote,  um  sie  soweit  zu  härten,  dass
brauchbare  Schnitte  anzufertigen  wären.
In  ganz  gleicher  Art  ist  wohl  auch  die  Entwickelung  der  dreizipfligen ­
  Klappe  zu  denken,  nur  tritt  hier  noch  der  Umstand  hinzu,
dass  die  zwischen  der  Kammerhöhle  und  dem  Conus  arteriosus
pulmonalis  selbst  befindliche  Scheidewand  sich  in  ihrem  unternTheile
zum  dritten  Klappenzipfel  entwickelt.
Gleichen  Schritt  mit  dieser  innernEntwickelunghältauchdieUmgestaltung
  jenes  Canals,  der  als  gemeinschaftliche  Aorta  undPulmonalarterie
  bisher  gedeutet  wird.  Nach  einer  gangbaren  Ansicht  entspringt
die  Aorta  anfangs  aus  beiden  Ventrikeln.  Das  ist  nur  in  soferne  richtig,
als  es  überhaupt  ursprünglich  nur  einen  Herzschlauch  gibt,  dessen  Ausmündungsrohr ­
  aber  weder  ganz  der  künftigen  Aorta  noch  ganz  der
künftigen  Pulmonalarterie  entspricht.  Auch  die  Ansicht  über  eine  spiralige ­
  Drehung  beider  Gefässe  beruht  auf  einer  unrichtigen  Auffassung.
Der  Entwickelungsgang  ist  vielmehr,  wie  deutlich  zu  erkennen  ist,
folgender.  Das  Gefässrohr,  in  welches  der  Herzeanal  ausmündet
(Fig.  221)  a  ist  anfangs  ein  dünnhäutiger  Schlauch,  dessen  Durchschnittsfigur ­
  eine  elliptische  (Fig.  254)  ist,  wenn  man  den  Schnitt
etwa  in  der  Höhe  des  sogenannten  Bulbus  Aortae,  mithin  in  der
Höhe  der  Linie  ab  (Fig.  221)  anbringt.  Die  Durchschnittsfigur
ändert  sich  nun  aber  bald  und  das  Lumen  erhält  die  in  Fig.  255
dargestellte  mehr  biscuitartige  Form,  wobei  zugleich  ausser  der
äussersten  Wandschicht  noch  ein  zweites  Stratum  deutlich  erkennbar
wird.  Noch  eine  Stufe  weiter  und  man  erkennt  nun  am  Querschnitte
(Fig.  256)  zwei  vollständig  von  einander  getrennte  Lumina,  deren
jedes  von  einer  besonclern  Wand  umschlossen  ist.  Nach  dieser  sachgemässen
  Darstellung  kann  über  die  Art  der  Entwickelung  und  die
Bedeutung  des  ursprünglichen  Gefäss-Schlauches  kaum  mehr  ein
Zweifel  sein.  Was  man  bisher  als  bei  den  Ventrikeln  des  Herzens
gemeinschaftliche  Aorta  beschreibt,  das  entspricht  eigentlich  der
spätem  gemeinschaftlichen  Scheide  beider  Gefässe  ebenso,  wie
die  erste  Wand  des  Herzschlauches  zum  oberflächlichen,  beiden
Herzventrikeln  gemeinschaftlichen  Muskelstratum  sich  umgestaltet.
Innerhalb  dieser  gemeinschaftlichen  Gefäss-Scheide  entwickeln  sich
zwei  Reihen  völlig  von  einander  gesonderter  Blasteme,  die  sich  dann
            
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