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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

tles  Cii’culalions-,  Respirations-  und  Verdauungs-Apparates.  549
muskel  sich  entwickelt.  Das  Blastem  c  g  wird  später  zu  einer  hautartigen
  Schicht,  und  in  dieser  tritt  nun  eine  ähnliche  Bildung  ein,
wie  wir  sie  schon  hei  den  Capillaren  bemerkt  haben.  In  ihnen  bilden
sich  nach  einer  bestimmten  Regel  zwei  neue  Keime,  deren  jeder  aus
einer  mehr  weniger  dicken  äussern  Schicht  und  einer  davon  umschlossenen ­
  Höhe  oder  Lacune  besteht,  was  ich  in  der  Fig.  251,
darzustellen  versuchte.  Von  diesen  Keimen  unterliegt  jeder  einer
fortgesetzten  Spaltung  (Fig.  252).  Die  Zwischenräume  zwischen  den
einzelnen  Lacunen  füllen  sich  nun  mit  den  Keimen  des  Sehnengewebes; ­
  die  einfachen,  nicht  in  dieser  Art  verwendeten  Wände  der
Lacunen  werden  zuletzt  vollständig  resorbirt,  und  zurück  bleibt  nun
ein  System  von  ungleich  langen  Fäden  die  mit  wenigen  Stämmen  an
der  Spitze  der  Papillarmuskel  beginnen,  von  jedem  Papillarmuskel
zu  beiden  Klappensegeln  hinansteigen,  im  Aufsteigen  fortwährend
sich  verästeln,  sich  bogenartig  am  Rande  der  Klappe  oder  hinter
demselben  ausbreiten  und  mit  dieser  Klappe  selbst  verschmelzen.
Diese  Bildung  habe  ich  in  der  Fig.  253  wiederzugeben  versucht;
sie  findet  ihre  Analogie  in  der  Bildung  der  netzartigen  Faserzüge  des
grossen  Netzes  der  Gekröse,  der  Gefässhaut  des  Keimes  und  anderer
verwandten  Gebilde.
So  ist  der  Vorgang  der  Klappen-,  der  Sehnen-  und  der  Muskelbildung ­
  im  Innern  des  Herzens  zu  denken;  auch  die  sogenannten
Trabekeln  werden  in  keiner  andern  Art  als  nach  der  derPapillarsehnen,
nämlich  durch  Keime,  entstehen,  welche  zwischen  den  Lacunen  sich
bilden,  während  diese  letzteren  als  leere  Räume  zwischen  diesen
Muskclbündeln  sichiöfihen.  DieseEntwickelungsweise  der  Klappen  ist
allerdings  nur  eine  ausgedachte;  aber  ich  habe  hierbei  nur  Tliatsachen
  zur  Erklärung  benützt,  auf  die  wir  bei  jeder  Entwickelung,
bei  jedem  Schritte  in  der  Entwickelungsgeschichte  stossen,  und  es
ist  durch  diese  Entwickelungsart  jede  Einzelheit  in  der  Form  und
eigenthümlichen  Anordnungsart  des  Klappen-Apparates  so  klar,  so
begründet,  so  mit  der  Erfahrung  übereinstimmend,  dass  in  der  Thal
dies  allein  als  Beweis  für  die  Richtigkeit  der  gegebenen  Ansicht
geltend  gemacht  werden  könnte.
Was  übrigens  hier  mit  vielen  Worten  erklärt  werden  musste,
das  weiss  die  Natur  mit  geringem  Aufwande  und  so  unvermerkt  hervorzubringen ­
  ,  dass  vielleicht  noch  Jahre  erforderlich  werden,  um
die  Aufeinanderfolge  der  eben  geschilderten  Vorgänge  genau  that-
            
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