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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

548  Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung
Hälfte  des  Herzens  ein  senkrecht  gefurchter  Keim  (Fig.  247),  dessen
nach  der  Linie  a  b  (Fig.  247)  geführter  horizontaler  Durchschnitt
(Fig.  249)  zwei  einander  gegenüberstehende  muldenartige  Vertiefungen ­
  sehen  liesse;  ferner  zwei  andere  gerade  über  diesem  liegende
Keime  b  und  c  (Fig.  246),  deren  Wände  ungleich  dünner,  selbst  hautartig, ­
  und  deren  Metamorphosen  auch  ganz  eigenthiimlicher  Art  sind.
Ihre  Höhlen  b  und  c  (Fig.  247)  würden  nämlich  mit  der  Höhle  des
untern  Keimes  C  (Fig.  24S,  246)  ohne  Hinderniss  communiciren;
der  Keim  c  würde  sich  dadurch  einerseits  in  die  bereits  gebildete
Aorta  verlängern  (Fig.  247),  andererseits  in  die  Höhle  der  linken
Herzkammer  einmünden  und  stellte  selbst  den  Conus  aorticus  dar;
der  Keim  b  dagegen  würde  oben  kuppelartig  abgeschlossen  enden,
und  unten  gleichfalls  in  die  Herzkammer  einmünden.  Die  Wände
dieser  Keime  b  und  c  wären  aber  einer  sehr  ungleichen  Metamorphose ­
  unterworfen.  Bei  m  und  n  (Fig.  247)  würden  sie  sich  zu
dem  muskulären  Gewebe  des  Herzens  und  der  Kammerscheidewand
umstalten.  Die  einander  zugekehrten  Tlieile  o  und  p  (Fig.  248)
aber  würden  membranenartig  zu  einer  aus  zwei  Zipfel  bestehenden
Klappe  verwandelt  werden.  Zu  diesen  Zipfeln  träte  aber'  dann  noch
der  Muskel-  und  Sehnen-Apparat.  Die  senkrecht  verlaufende  Mulde
des  untern  Keimes  a  b  (Fig.  248)  diente  zur  Aufnahme  des  Keimes
der  Papillarmuskeln,  deren  sich  zwei  entwickeln,  die  einander
gerade  gegenüber  stehen;  oben  wo  die  Mulde  breiter  wird,  bei  J
(Fig.  248)  würde  jeder  Papillarmuskel  in  ein  System  von  Sehnen
sich  ausbreiten  die  sich  an  jedem  der  Klappenzipfel  anheften
müssten,  da  die  Anordnung  des  Muldenraumes  keine  andere  Anheftung ­
  gestattete.
Um  nun  aber  die  Bildung  dieser  Klappen  ganz  zu  begreifen,
wird  es  nothwendig,  einen  zweiten,  auf  den  frühem  senkrechten
Schnitt  hier  wieder  zu  betrachten,  zu  diesem  Behufe  nehme
ich  wieder  die  Ansicht  (Fig.  236).  Die  Durchschnittsfläche  der
beiden  Platten  des  linken  Ventrikels  ist  hier  die  Linie  ab,  eine
Linie  von  halbmondförmiger  Krümmung,  und  bekanntermassen  ist
dies  die  dem  linken  Orificium  venosum  wirklich  zukommende
Form.
Der  Muldenraum  ab  (Fig.  248)  wird  aber  von  einem  Blasteme
erfüllt,  welches  oben  von  c  nach  g  (Fig.  260)  an  den  beiden  Klappenzipfel ­
  o  und  p  sich  anlegt,  unten  von  c  nach  d  aber  zum  Papillar-
            
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