des Circulations-, Respirations- und Verdauungs-Apparates. 547
liegen, entstehen die Vorhöfe, und zwar der rechte Vorhof bei c
(Fig. 221), der linke bei d (Fig. 228). Dieser letztere ist anfangs
so klein, dass er nur als ein kleiner Anhang der Auricula erscheint,
und selbst auf einem Querschnitte hat er einen bedeutend kleinern
Umfang als der rechte Vorhof von dem er nun noch nicht getrennt
ist (Fig. 228 B, wo A die Höhle der linken Auricula cordis, B, C
die gemeinschaftliche Vorhofshöhle bezeichnet), bald ändern sich
die Verhältnisse. Die rechte Auricula scheint erst wieder durch
Spaltung des rechten Vorhofes; die Kerbung der Herzohren durch
fortgesetzte Spaltung zu entstehen, und so entwickeln sich allmählich
die Figuren 227, 229.
Somit ist auch der innere Hauptbau vollendet und es erübrigt
nur noch die Bildung des Klappen-Apparates und der dazu gehörigen
Muskel.
Zur besseren Übersicht und zur Verdeutlichung des oben
Gesagten wird es nun noch nothwendig, sich eine Ansicht eines
senkrechten Schnittes, der durch beide Herzhöhlen von rechts
nach links geht, zu entwerfen, und in demselben die schematisch
gehaltene Entwickelung der verschiedenen Blastemen darzustellen.
Ein solcher Längenschnitt hat, bevor noch eine weitere Ausbildung
des Innern vom Herzcanale vor sich gegangen ist, die Form
243, aus der ersichtlich ist, dass die äussere Wand von der Herzspitze
an gegen die gemeinschaftliche Herzhöhle sich eine Strecke
weit faltenartig einbiegt, wodurch wahrscheinlich jener Quirl in der
Musculatur erzeugt wird, den man in der Nähe der Herzspitze zwischen
den beiden Kammern eines erwachsenen Herzens bemerkt.
Wie bei andern Mutterblastemen ist auch hier wieder die endogene
Bildung zweier Kugelblasteme, wodurch der erwähnte Herzdurchschnitt
die Form 244 annehmen wird. Neue Theilungen treten
dann in jeder Hälfte des Herzens auf, die schon in Fig. 221 äusserlich
angedeutet sind, und zwar: in der Höhle des linken Ventrikels
B eine Querscheibung, wodurch die neuen Blasteme C und D
(Fig. 245) entstehen. Bis hielier reichen die Thatsachen. Von hier
denke ich mir den Vorgang in dieser Weise: zuerst eine senkrechte
Theilung des Blastems C und D (Fig. 245—248), worauf erst die
weitere Ausbildung der einzelnen, in der Herzkammerhöhle befindlichen
Theile, erfolgen würde. Es entstünde nämlich in der untern