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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulations-,  Respiralions-  und  Verdauungs-Apparates.  545

Die  Entwickelung  der  innern  Theile  des  Herzens  geht  unstreitig
nur  allmählich  und  zwar  von  unten  nach  oben  von  Statten,  wie  auch'
sonst  die  Erfahrung  lehrt,  dass  die  Kammerscheidewand  zuerst  in
der  untern  Hälfte  erscheint  und  dann  nach  oben  hin  sich  vervollständigt. ­
  Es  wird  daher  auch  gerathen  sein,  die  Entwickelung  des
Herzens  nach  den  verschiedenen  Querschnitten  abgesondert  zu  behandeln, ­
  wozu  ohnehin  auch  die  Grösse  dieses  Organes  auffordert.
Nimmt  man  zuerst  den  Querschnitt  nach  der  Linie  ab  (Fig.  226),  so
wird  der  Entwickelungsgang  in  demselben  in  folgender  Art  zu  denken
sein.  Das  in  der  gemeinschaftlichen  Herzhöhle  (Fig.  237)  enthaltene
Blastem  sondert  sich  in  zwei  kugelige  Massen  A  und  B,  und  da  die
gemeinschaftliche  Herzwand  sich  allenthalben  diesen  kugeligen  Blastemen ­
  anlegt  (273  B'),  so  übergeht  die  Form  230  in  die  Fig.  231
und  232.
Von  den  neuen  im  Innern  des  Herzschlauches  entstandenen  Blastemen ­
  erhält  aber  das  Blastem  A  zuerst  festere  Wände,  während
die  Wände  des  Blastems  B  noch  lange  im  halbflüssigen  Zustande
verbleiben  und  daher  hei  einem  Querschnitte  aus  demselben  herausfliessen,
  der  Querschnitt  bietet  daher  gewöhnlich  die  in  Fig.  234
angegebene  Gestalt.  Das  Blastem  A  wird  nun  zum  linken,  das  Bla-*
  stem  B  dagegen  zum  rechten  Ventrikel;  letzteres  schmiegt  sich
auch  in  dem  untersten  Theile  des  Herzschlauches  der  zuerst  consolidirten
  Wand  des  linken  Ventrikels  an,  und  erhält  dadurch  die  Form
unter  238.  Aus  dieser  Entwickelungsgeschichte  geht  hervor,  dass
die  äusserste  Blastemschicht  (später  Muskelschicht)  für  beide  Herzhälften ­
  gemeinschaftlich  ist,  jedoch  bei  a  und  b  (Fig.  238)  die
zwischen  den  beiden  Herzhälften  kleine,  dreiseitige  (quirlartige)
Einstülpungen  bildet,  dass  ferner  aber  auch  jede  Herzhälfte  ihre
eigene  Wand  —  später  Muskelwand  —  besitzt.  Die  Scheidewand  beider
Kammern  besteht  aber  aus  einer  Schicht,  welche  der  linken,  einer
andern,  welche  der  rechten  Kammer  angehört,  und  einer  mittleren
Schicht,  welche  von  der  äussern  gemeinschaftlichen  Wand  des  Herzschlauches ­
  sich  ablöst.  Letztere  Schicht  ist  die  dünnste.  Diese
Schichtenbildung  ist  in  jeder  der  angegebenen  Formen,  besonders
hei  237  deutlich.
Verfertigt  man  sich  einen  höher  liegenden  Querschnitt  z.  B.
nach  der  Linie  c  d  (Fig.  227),  so  trifft  dieser  bereits  auf  den  spätem
Conus  pulmonalis,  der  in  der  Entwickelungsgeschichte  unter  dem
            
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