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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

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Natürlich  können  nur  in  bestimmten  Richtungen  geführte  und
gelungene  Schnitte  über  die  inneren  Umstaltungen  Aufschlüsse  geben.
Diese  zeigen  nun  Folgendes:  Führt  man  einen  Horizontalschnitt  durch
die  Spitze  des  Herzens  nach  der  Richtung  der  Linie  ab  (Fig.  227),
so  hat  dieser  eine  fast  rundliche  Form  (Fig.  232).  Verhältnissmässig
breite  Wände  umschliessen  eine  kleine  Höhle,  in  welche  die  in  der
Rildung  begriffenen  Muskelbündel  der  innern  Fläche,  ein  gekerbtes
Aussehen  verleihend,  einspringen.  Ein  Schnitt  nach  der  Richtung  cd
zeigt  uns  aber  schon  die  beiden  grossen  Herzhöhlen  (Fig.  234).  Von
diesen  hat  die  linke  A  eine  kreisrunde,  die  rechte  B  eine  halbmondförmige ­
  Durchschnittsfigur,  weiter  oben  mit  einem  vordem  mehr
spitzen,  einem  hintern  mehr  stumpfen  Ende.  Während  die  Hohle
des  linken  Ventrikels  ausser  von  der  den  beiden  Kammern  gemeinschaftlichen ­
  Herzwand,  noch  von  einer  zweiten  sehr  dicken  kreisförmigen ­
  Schicht  umgeben  ist  (Fig.  234),  zeigt  sich  diese  innere
Schicht  um  die  Höhle  des  rechten  Ventrikels  als  eine  nur  sehr  dünne
Lage,  die  noch  überdies  wenig  Zusammenhang  hat,  sondern  an
vielen  Stellen  von  Zwischenräumen  unterbrochen  ist.  Eine  etwas
höher  geführte  Durchschnittsform  ist  in  der  Fig.  233  abgebildet,
wo  B  die  Höhle  des  rechten  Ventrikels,  A  jene  der  linken  Kammer,
C  den  sogenannten  Aorten-Conus  im  horizontalen  Durchschnitte
zeigt.  Wird  endlich  der  Schnitt  nahe  der  Grenze  zwischen  Kammer
und  Vorkammer  geführt,  so  nimmt  er  die  in  (Fig.  236)  abgebildete
Form  an,  in  der  wieder  B  den  Durchschnitt  des  rechten,  A  jenen
des  linken  Ventrikels,  C  und  D  aber  die  Durchschnitte  der  Artcria
aorla  und  pulmonalis  darstellen.  Die  Kammerscheidewand  ist  hierdurch ­
  mittlerweile  vollendet  und  geschlossen.  Rei  weitem  weniger
lehrreich  sind  senkrechte  Durchschnitte,  die  etwa  an  der  Fig.  236
in  der  Ehene  des  Papiers  geführt  werden.  Sie  zeigen,  wenn  eben
die  konische  Zuspitzung  des  Herzens  sich  entwickelt  hat,  die
243  Form  ,  wo  A  die  senkrechte  Durchschnittsform  des  rechten,
B  jene  des  linken  Ventrikels  darstellt,  zwischen  denen  die  noch
unvollendete  senkrechte  Scheidewand  hinzieht.  Präparate  über  spätere
Entwicklungsstadien  habe  ich  nicht  angefertigt.
Ich  habe  nun  die  Aufgabe,  aus  diesen  wenigen  Thatsachen  die
ganze  Entwickelungsgesehichte  des  Herzens  zusammenzustellen,  die
Beweise  für  die  Richtigkeit  des  aufgestellten  Entwickelungsganges
werden  wieder  durch  Messungen  und  Berechnungen  geliefert  werden.
            
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