Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

so

Gräflich.

sein,  indem  hier  die  Bezeichnung  des  Zwillingsgesetzes  ebenso  einfach, ­
  als  wegen  des  Zusammenhanges  mit  der  isomorphen  Gruppe
des  Aragons,  wahrscheinlich  wird.
Von  ungleich  grösserem  Werthe  aber  ist  der  Beweis,  der  aus
der  Lage  der  optischen  Mittellinie  gewonnen  wird.  Die  Schlüsse,
die  sich  auf  die  Zwillingsbildung  stützen,  beziehen  sich  fast  nur
auf  Glimmer  von  bedeutenden  optischen  Axenwinkeln  und  dürfen  nicht
weiter  ausgedehnt  werden  als  sie  auf  unmittelbarer  Wahrnehmung  von
hemitropen  Bildungen  fussen;  da  diese  ziemlich  selten  sind,  so  taugt
auch  dies  Kriterium  weniger.  Die  Lage  der  Bissectrix  dagegen  kann
an  jedem,  einigermassen  wohl  ausgebildeten  Krystall  -  Lamellchen
untersucht  werden  und  ist  auch  ihr  Senkrechtstehen  auf  der  Richtung
der  Theilbarkeit  durchaus  kein  apodiktischer  Grund  für  die  Annahme,
dass  sich  die  Symmetrie  des  Krystalles  nach  den  Gesetzen  rechtwinkeliger ­
  Axen  gebildet,  so  ist  es  doch  die  unendliche  Wahrscheinlichkeit, ­
  diehieftirspricht  und  in  so  ferne  eine  gründlicheUntersuchung
aus  diesem  Gesichtspunkte  wichtig  und  erwünscht.  Ich  bediente  mich
hierzu  des  folgenden  Verfahrens.
Der  zu  prüfende  Krystall  wird  so  befestigt,  dass  seine  Theilungs-Ebene
  senkrecht  auf  den  optischen  Axen  des  Mess-Instrumentes
(ein  Soleil,  der  zur  Messung  der  optischen  Axenwinkel  construirt
wurde)  steht.  Ist  er  einaxig,  so  wird  sich  das  dunkle  Kreuz  in  der
Mitte  des  Gesichtsfeldes  zeigen  ohne  von  seiner  Stelle  zu  weichen
man  drehe  die  Lamelle  wie  immer  in  ihrer  eigenen  Ebene,  vorausgesetzt ­
  natürlich,  dass  die  Theilungsfläche  senkrecht  gegen  die
optische  Axe  des  Krystalles  gerichtet  ist.  In  allen  anderen  Fällen
wird  das  Kreuz  um  die  Mittellinie  des  Instrumentes  in  einem  Kreise
wandern.  Es  stelle  AB  (Fig.  2)  irgend  ein  von  parallelen  Flächen
begrenztes,  nahezu  senkrecht  gegen  die  optische  Axe  geschliffenes
Stück  eines  einaxigen  Krystalles  dar;  0  0'  sei  die  Richtung  der
Axe  desselben.  Von  dem  auf  dasselbe  einfallenden  Strahlenkegel
wird  jener  Strahl,  der  einen  solchen  Einfallswinkel  besitzt,  dass
er  vermöge  des  spicifischen  Brechvermögens  der  Substanz  in  derselben ­
  längs  der  Richtung  der  Axe  fortschreitel  im  Auge  den  Mittelpunkt ­
  des  schwarzen  Kreuzes  geben.  Wird  nun  die  Platte  in  ihrer
eigenen  Ebene  gedreht,  so  wird  immer  ein  anderer  Strahl  an  die
Reihe  kommen  und  es  ist  klar,  dass  alle  insgesammt  in  einer
Kegelfläche  versammelt  sind,  welche  eine  Function  des  Brechungs-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.