des Circulations-, Respirations- und Verdauungs-Apparates. 543
Hat dagegen das Herz die mehr konische Form 226 angenommen,
so zeigt auch die Durchschnittsfigur 231 die Form einer sogenannten
Lemniscate, mit übrigens nicht ganz symmetrisch geformten Schleifen;
macht man den Querschnitt etwas höher oben, so dass bereits der
Anfangstheil des gemeinschaftlichen Arterienstammes in die Schnittlinie
fällt, mithin etwa nach der Linie ab (Fig. 226), so ist die
Durchschnittsfigur abermals eineLemniscatenlinie, die aber (Fig. 232)
eine dem Arterienstamme entsprechende deutliche Ausdehnung in der
rechten Hälfte des Herzens zeigt.
Die Umwandlung der hufeisenartigen in die mehr konische
Form des Herzens ist dasErgebniss der stärkern Längenentwickelung
des linken Schenkels vom Herzschlauche, welche endlich so bedeutend
wird, dass wie die Fig. 229 zeigt, die Spitze des Herzens einzig
und allein vom linken Herzen gebildet wird, während der rechte
Theil des Herzens wieder, wie dies bereits an den Durchschnittsfiguren
dargestellt worden, an Breite den linken Theil überragt.
Alle diese Veränderungen gehen übrigens nach bestimmten,
meist durch einfache Zahlen ausdrückbaren Verhältnissen vor sich.
So ist z. B. der gemeinschaftliche Herzschlauch oft um */ s oder
um % breiter als der Bulbus Aortae, so ist ursprünglich jeder
Schenkel des Herzschlauches eben so lang als dick, später um */ 8 ,
Vs länger als weit; dann wird der linke Schenkel des Herzschlauches
um %, um % länger als der rechte, dieser aber um y 3 , a / 3 breiter
als der linke, u. s. f. Diese Veränderungen an ein und demselben
Theile erfolgen dadurch, dass der Wachsthumscoefficient n in der
einen Richtung einen andern Werth bekommt als in der zweiten;
woferne die Grössenunterschiede aber zwei verschiedene Theile
betreffen, sind sie das Resultat einer öfteren Spaltung des einen
Theiles, womit bekannterniassen auch eine Vergrösserung in einer
auf die Spaltlinie senkrechten Richtung verbunden zu sein pflegt.
Genauere Angaben zu machen dürfte übrigens wenig interessiren.
Ist so der äussere Ausbau des Herzens fast seiner Vollendung
nahe gekommen, so beginnen auch im Innern wesentliche Umstaltungen,
deren Eintreten von aussen namentlich durch die ungleiche
Grössenzunahme der beiden Herzhälften bemerkbar ist. Es sei nun
erlaubt, in diese Umstaltungen jetzt schon einzugehen, wenn ich
gleich dadurch dem Gange der Untersuchung in etwas vorgreife.