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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

spitzer,  nach  oben  etwas  breiter  (Fig.  22S,  22G)  und  der  erste
gleichsam  rohe  Ausbau  des  Herzens  ist  hiemit  vollendet.  Die  linkerseits ­
  hervorragende  Abtheilung  V  (Fig.  226)  ist  nun  das  linke
Herzohr,  die  Abtheilung  K  (Fig.  226)  die  gemeinschaftliche  Kammer,
aus  der  ein  schräg  über  die  vordere  Fläche  des  Herzens  sich  erhebender ­
  unpaarer  Canal  C  entsteht,  der  unter  dem  Namen  des  Aorteneanales
  hinlänglich  bekannt  ist.  Keine  Lageveränderung  des  Herzens,
wie  man  sie  bisher  angenommen  hat,  tritt  ein,  alle  Theile  entwickeln
sich  an  der  Stelle,  an  der  wir  sie  später  sehen,  und  ist  eine  solche
scheinbare  Lageveränderung  zugegen,  so  rührt  sie  nur  von  einem
ungleichen  Aus-  und  Anwachsen  der  Theile,  nicht  aber  von  einer
so  zu  sagen  eigenmächtigen  Ortsveränderung  her,  die  um  so  weniger
eintreten  kann,  da  benachbarte  Theile  solchen  Verschiebungen  ein
bedeutendes  Hinderniss  entgegensetzen  würden.
Bevor  ich  einen  Schritt  weiter  gehe  ist  es  notlnvendig,  noch  verschiedene ­
  Ansichten  des  Herzens  zu  berücksichtigen,  denn  bisher
kam  nur  die  obere  und  die  rechte  Seitenansicht  zur  Sprache.  In  der
linken  Seitenansicht  hat  aber  das  Herz  anfangs  die  Form  der  Fig.  223,
wo  a  den  Ductus  Cuvieri,  V  das  linke  Herzohr,  K  die  gemeinschaftliche ­
  Kammer  bedeutet.  Von  nun  an  ändern  sich  nur  die  Grössen-Verhältnisse
  dieser  Theile,  wie  dies  aus  den  Fig.  224,  228  die
der  Reihe  nach  auf  einander  folgen,  ersichtlich  ist.
Nimmt  man  ferner  die  untere  Ansicht  des  Herzens,  so  ist  auch
diese  nach  der  mehr  minder  vorgerückten  Entwickelung  verschieden.
So  erscheint  das  Herz  hier  anfangs  als  hufeisenartiger  Schlauch,  an
dessen  linker  Seite  das  durch  seine  runde  Form  und  rotlie  Farbe
ausgezeichnete  gemeinschaftliche  Herzohr  aufsitzt;  diese  Form  macht
einen  mehr  dreiseitigen  Platz,  und  Basis  und  Spitze  des  Herzens
treten  nun  schon  deutlich  hervor,  bei  weiterer  Entwickelung  des
Herzens  verlängert  sich  dasselbe  in  seiner  linken  Hälfte  immer  mehr
nach  unten,  während  der  rechtseitige  Theil  des  Schlauches,  die
künftige  Arteria  pulmonalis  mit  dem  Conus  arteriosus  in  der
Entwickelung  zurückbleibt.
Macht  man  endlich  einen  Querschnitt  durch  den  Herzschlauch
und  zwar  in  dessen  unterm  Theile  nach  der  Linie  a  b  (Fig.  217)
und  zu  einer  Zeit,  wo  der  ganze  Herzcanal  noch  eine  hufeisenförmige
Krümmung  darbietet,  so  ist  dieDurchschnittsligurdieinderNumer230
dargestellte,  d.  h.  eine  lange  Ellipse  mit  quergestellter  langer  Achse.
            
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