des Circulations-, Uespirations- und Verdauungs-Apparates. 541
durchschnittes unter einem kleinen Winkel geneigt ist. Von hier an
geht das Herz einer raschen Metamorphose entgegen, und was im
Folgenden erörtert wird, ist eine verhältnissmässig leicht zu beobachtende
Thatsache. Zuerst verschmelzen die Blasteme A und B an
ihrer untern Seite und das Herz erhält nun die Figur 217. (Ansicht
von oben oder von der Kopfseite des Embryo.) Dann verlängert sich
die linke Hälfte des Herzens und dadurch gewinnt jenes Organ die in
(Fig. 219) wiedergegebene Form. Mittlerweile hat sich aber das
Herzblastem in einen Schlauch umgestaltet, der in seinem Innern nur
au der linken Seite deutliche Spuren der äusserlich bemerkbaren
Einkerbung darbietet, an der rechten Seite aber eine fast allenthalben
gleich weite Höhlung besitzt. Hierbei brauche ich kaum zu
erwähnen, dass die Bildung dieses Schlauches den allgemeinen Regeln
zufolge vor sich gehe und Wand zum Lumen sonach in einem durch
bestimmte Zahlen angebbaren Verhältnisse stehe, wovon später. Von
nun an beginnen bereits die rhythmischen Zusammenziehungen, wodurch
das Blut in der Richtung des Pfeiles (Fig. 219) fortbewegt
wird. Bekanntermassen haben die verschiedenen Einschnürungen an
dem Herzcanale verschiedene Namen erhalten und so heisst jene bei
ci (Fig. 219) fretum auriculare. Inzwischen ist aber auch die
Ausbildung des sogenannten Bulbus Aortae erfolgt. Um die Bildung
und Lagerung dieses Herztheiles zu verstehen, wird es nothwendig,
eine Seitenansicht des Herzens zu betrachten.
Eine solche von der rechten Seite des Foetus aufgenommen,
geben die Figuren 220, 221, wo bei a die Kugelform des Conus aorticus
bemerkt werden kann, die sich über die Ebene der andern
Fheile des Herzens erhebt und dann in den Aortencanal übergeht,
tm die Bildungsverhältnisse dieses Conus aorticus zu begreifen,
gehe man wieder zur Fig. 216 zurück. Der Keim für den Aortenbulbus
— überhaupt eine etwas spätere Bildung — findet seinen
Platz zwischen den beiden ersten Hauptkeimen des Herzens als eine
Kugelige Blastemmasse (216 a), die sich etwas über die Ebene dieser
beiden Blasen erhebt, später mit der Blase A (Fig. 217, 219) verschmilzt,
gleich dieser einen Canal entwickelt, dessen Höhle allmählich
sich verjüngt, während an der äussern Seite die Einschnürung
zwischen dem Herzen und dem Bulbus Aortae noch lange Zeit hindinch
bemerkbar, ja bei einigen Thiergattungen bekanntermassen
bleibend ist. Bald darauf wird der Herzcanal nach unten etwas
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