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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Engel.  Darstellung  der  ersten  Entwickelung

beutelblastemscliichte  stehen.  Die  zweite  Lage  gestaltet  sich  zu  einer
doppelten  Membrane,  deren  äusserer  Theil  dem  fibrösen  Herzbeutel,
der  innere  Theil  dem  Herzblasteme  dicht  anliegt.  (Fig.  214.)  Dort,
wo  das  Herzbeutelblastem  an  der  Mulde  des  Herzblastems  hinzieht,
nämlich  bei  mm  (213),  bleiben  die  beiden  inneren  (serösen)  Blätter
des  Herzbeutels  mit  einander  verbunden  (Fig.  214  aa),  und  hier
scheint  demnach  das  parietale  in  das  viscerale  Blatt  des  Herzbeutels
umzubiegen.  So  entstehen  Herzbeutel  und  Herz  zu  gleicher  Zeit,  und
eine  Entwickelungshemmung  des  ersteren  müsste  wohl  auch  von  einer
Entwickelungskranklieit  des  letzteren  begleitet  sein.  Von  einem  nachmaligen ­
  Einstülpen  des  Herzens  oder  Hineinwachsen  des  Herzens  in
den  ursprünglich  ganz  geschlossenen  Herzbeutel  ist  hier  ebenso  wenig
die  Rede  als  bei  anderen  Organen,  die  mit  serösen  Häuten  bekleidet
sind,  und  das  angeführte  Bildungsgesetz  ist  von  gleicher  Gültigkeit
für  alle  in  seröse  Höhlen  hineinragenden  Parenchyme.
Innerhalb  der  so  gebildeten  Höhle  können  erst  die  Herzkeime
sichtbar  werden.  —  Es  ist  mir  zwar  nicht  geglückt,  das  noch  ungeformte
  Blastem  des  Herzens  zu  isoliren,  doch  kann  ich  wenigstens
behaupten,  dass  die  erste  Form  des  Herzschlauches  keineswegs  die
eines  ganz  geraden  oder  nur  leicht  gewundenen  Canales  ist,  sondern
gleich  ursprünglich  eine  hufeisenförmige  Krümmung  darbietet.  Es
wird  aber  nicht  schwer  sein,  die  Beschreibung  der  ersten  Anfänge  der
Herzentwickelung  zu  geben,  während  für  die  späteren  Entwickelungsstadien ­
  an  geeigneten  Präparaten  kein  Mangel  ist.
Die  ersten  Herzkeime  werden  in  der  Höhle  des  gemeinschaftlichen ­
  Keimes  für  den  Herzbeutel  und  das  Herz  zuerst  als  zwei  kugelige ­
  Massen  sichtbar  werden  (Fig.  21S).  Jede  der  beiden  Kugelmassen ­
  unterliegt  einer  abermaligen  Theilung,  deren  Ergebniss  die
in  der  Fig.  216  gegebene  Form  Veränderung  ist,  womit  bald  eine
Grössenvermehrung  derjenigen  Hälfte  verbunden  ist,  welche  an  der
linken  Seite  des  Foetusleibes  liegt;  denkt  man  sich  den  Fcetus  auf
dem  Bücken  liegend,  so  erscheint  die  mit  A  hezeichnete  Hälfte  als
die  rechte  des  Fcetus  und  somit  als  der  spätere  Aortenconus;  die  mit
B  versehene  Hälfte  ist  auf  der  linken  Seite  des  Fcetus  befindlich  und
enthält  die  Anlage  für  das  linke  Herzohr  und  die  Herzkammern
(Fig.  217).  Bei  gelungenen  Präparaten  liegen  beide  Schenkel  dieser
nun  hufeisenförmigen  Krümmung  genau  in  derselben  Höbe  und  in
einer  Ebene,  welche  gegen  jene  eines  horizontalen  Kiemenbogen-
            
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