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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulations-,  Respirations-  und  Verdauungs-Apparates.  S39

was  an  jedem  Fcetus  dieser  Periode  leicht  zu  beobachten  ist.  Dieser
Raum  R  communicirt  aber  mit  der  durch  den  oberen  Thoraxkeim  von
vorn  nach  hinten  verlaufenden  Theilungsfurche  K  (Fig.  189),  ef
(Fig.  190);  die  beiden  gemeinschaftlichen  Stämme  der  Jugular-  und
Cardinalvenen  werden  daher  hier  Zusammentreffen  und  durch  ihr  Ineinanderfliessen
  den  in  der  Entwickelungsgeschichte  unter  dem  Namen
Ductus  Cuvieri  bekannten  Blutcanal  darstellen.  Zweck  und  Grund
dieser  Gefässvertheilung  ergeben  sich  aufs  einfachste  und  natürlichste
aus  dieser  Entwickelungsgeschichte.
Das  anfangs  rundliche  Herzblastem  wird  bald  darauf  elliptisch
B,  (Fig.  263,  264)  und  richtet  seine  Längenachse  von  vorn  nach
rückwärts.  Es  gestaltet  sich  zum  Keime,  nimmt  dadurch  die  Gestalt
eines  rundlichen  Bläschens  an,  in  dessen  Innern  wieder  eine  Blastemtheilung
  vor  sich  geht,  so  dass  zuerst  die  Form  215  und  aus  dieser
durch  abermalige  Theilung  die  Figur  213  entsteht.
Der  Keim  213  oder  215  ist  aber  die  Anlage  des  Herzens
und  des  Herzbeutels  zugleich.
Die  in  der  Figur  213  angegebene  mehr  minder  dicke  äussere
Wand  ist  Anfangs  eine  Schicht  homogenen  Blastems,  das  sich  allmählich ­
  zum  Herzbeutel  umgestaltet  und  als  dieses  dem  von  ihm  umschlossenen ­
  Blasteme  des  Herzens  fast  anliegt.  Eine  solche  homogene
Blastemschicht  um  das  im  ersten  Keime  vorhandene  Herz  habe
ich  hier  wirklich  gesehen  und  einen  Fall  gemessen,  den  ich  zum
Beweise  der  Gültigkeit  meiner  Deduction  hier  anführe.  Es  betrug  in
diesem  Falle  die  Breite  ab  (Fig.  213)  414.  Der  Durchmesser  cd
mass  388-0.  Wendet  man  auf  ab  den  Wachsthumscoefficienten  n—2
an,  so  erhält  man  - 4 -  =  103-23  (a)  für  die  doppelte  Aussenwand;
207-5  (ft)fürdie  (doppelte)Kernwand;  103-25  (c)für  den  Markraum
und  hieraus  erhält  man  folgende  Grössen:  c-f-  6  +  3^^-)  =  388.43
Mas  mit  dem  oben  gefundenen  Höhlendurchmesser  cd  gewiss  in  der
besten  Weise  übereinstimmt.
Aus  diesem  homogenen  Herzbeutel-Blasteme  werden  sich  erst
die  bleibenden  Stücke  dieses  fibrösen  und  serösen  Sackes  nach  dem
allgemeinen  Typus  der  Entwickelung  seröser  Häute  in  folgender  Art
entwickeln.  Die  äusserste  Lage  (Fig.  213)  des  ganzen  Herzkeimes
gestaltet  sich  zur  fibrösen  Hülle  und  wird  was  Dicke  betrifft,  wieder
in-einem  genauen  und  sehr  einfachen  Verhältnisse  zur  ganzen  Herz-Sitzb.
  d.  mathem.-naturw.  CI.  XI.  Bd.  III.,Hft.  35
            
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