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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

des  Circulations-,  Respirations-  und  Verdauungs-Apparates.  537

Zwerchfelle  und  die  dreiseitige  Form  oder  epheublattähnliche  Gestalt
desselben  findet  in  diesem  Entwickelungsvorgange  ihre  natürlichste
Erklärung.
Die  in  der  Zeichnung  mehr  ebene  Form  dieser  Scheidewand  —
des  künftigen  Zwerchfelles  ■—  wird  aber  durch  die  so  überwiegende
Entwickelung  des  Hinterleibes  vom  Fcetus  in  die  bleibende  gewölhartige
  Gestalt  übergehen,  wie  nun  gleich  gezeigt  werden  soll.
Verfertigt  man  sich  in  dieser  Entwickelungsperiode  einen
Querschnitt  durch  den  Fcetusleib,  so  sind  die  Formen  noch  immer
sehr  einfach;  ich  habe  solche  Durchschnittsfiguren  bereits  in  meiner
vorausgegangenen  Abhandlung  über  die  erste  Entwickelung  des  Fcetus
so  wie  in  den  Figuren  201—211  gezeichnet.  In  diesen  letzteren
Figuren  201,  211  hat  sich  die  Durchschnittsform  noch  wenig
geändert,  ungeachtet  bereits  Organe  wie  die  Lunge,  Leber,  die
Wolff’schen  Körper  einen  bedeutenden  Grad  von  Ausbildung
erlangt  haben.
Man  sieht  in  diesen  Figuren  noch  immer  eine  gerade  von  vorn
nach  hinten  verlaufende,  zunächst  an  der  Wirbelsäule,  dann  an  der
Bauchfläche  in  zwei  Blätter  gespaltene  Scheidewand  nin  (Fig.  201),
welche  an  einigen  Stellen  ganz,  an  anderen  theilweise  sich  erhält,
im  ersten  Falle  die  Mittelfellblätter,  im  anderen  die  Gekrösblätter
darstellend.
Durch  die  Entwickelung  des  Vorder-  und  Hinterleibskeimes  in  der
langgedehnten  elliptischen  Leibesblase  sind  nun  zwei  durch  eine
Scheidewand  ab  von  einander  gesonderte  Räume  A,  B  (Fig.  176)
entstanden,  von  denen  A  der  Brustraum,  B  der  Unterleihsraum  genannt ­
  werden  soll.  In  jedem  dieser  Räume  entstehen  neue  Keime  von
rundlicher,  später  von  elliptischer  Form;  von  diesen  Keimen  iiberwiegt
  bald  der  in  dem  Raume  B  gebildete,  die  Zwerchfellsblasenmasse;
mn  erhält  dadurch,  dem  stärker  entwickelten  Unterleibsblastem  entsprechend, ­
  eine  Wölbung  von  unten  nach  oben,  was  in  den  Figuren
1  <7,186,  und  186  dargestellt  worden  ist.  Die  in  dem  Brust-und  Unterleibsraume ­
  neu  entstandenen  Keime  sind  (Fig.  177)  A  von  kuglicher,
B  von  elliptischer  Form,  davon  wird  der  Keim  A  von  nun  an
der  Herzkeim,  der  Keim  B  dagegen  der  Unterleihskeim  genannt
werden.
Da  aber  weder  der  rundliche  Herzkeim,  noch  der  elliptische
Unterleibskeim  vermöge  ihrer  Form  den  ihnen  gebotenen  Raum  voll-
            
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