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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Pohl.  Beiträge  zur  Prüfung  der  Mikroskope.

Die  obgenannten  Naturforscher  begnügen  sich  nämlich  meistens
nicht,  bloss  die  in  einer  mathematischen  Ebene  gelegenen  Objecttheile
  auf  einmal  deutlich  zu  sehen,  und  sich  durch  wiederholte
Einstellungen  und  geistige  Comhination  des  Gesehenen  ein  plastisches ­
  Bild  des  Objectes  zu  verschaffen;  sondern  sie  wollen  der
Bequemlichkeit  halber  auf  einen  Blick  wie  mit  freiem  Auge  ein  möglichst ­
  deutliches  plastisches  Bild  erhalten,  eine  Forderung,  welcher
ein  Mikroskop  vom  theoretischen  Standpunkte  aus,  um  so  weniger
entsprechen  darf,  je  vollkommener  dessen  Linsen  ausgeführt  sind.
Plössl’s  Mikroskope  geben  nur  die  in  einer  Ebene  liegenden  Umrisse
etc.  im  hohen  Grade  deutlich,  besitzen  also  eine  grosse  definirende
Kraft  im  strengsten  Sinne  des  Wortes,  während  die  französischen
Mikroskope,  deren  Linsensysteme  mit  kleinen  Fehlern  behaftet  sind,
als  Folge  davon  noch  Objecttheile  erblicken  lassen,  die  verhältnissmässig
  hoch  über  und  tief  unter  der  Normal-Ebene  liegen.  Das  Gesagte ­
  wird  unter  anderm  dadurch  erwiesen,  dass  man  um  die  V.  bis
XV.  Gruppe  an  Nohert’s  Scale  zu  lösen,  deren  Linien  nicht  nur
ungleiche  Entfernungen  von  einander  haben  sondern  auch  ungleich
tief  einradirt  sind,  bei  Plössl’s  Mikroskopen  für  jede  einzelne  Gruppe
besonders,  mit  der  Mikrometerschraube  auf  das  Genaueste  einstellen
muss,  während  für  die  Instrumente  von  Nachet  die  Linien  mehrerer
Gruppen  zugleich  mit  derselben  Deutlichkeit  erscheinen.
Wird  übrigens  bei  Plössl’s  Mikroskopen  die  Röhre  durch  Abschraubung ­
  des  Mittelstückes  verkürzt,  das  Instrument  also  bezüglich
der  sphärischen  Aberration  untercorrigirt,  so  nimmt  dadurch  die  definirende ­
  Kraft  selbst  im  weiteren  Sinne  des  Wortes  zu,  während  die
penetrirende  Kraft  fast  bis  zu  jener  der  französischen  Instrumente
herabsinkt.  Bei  dieser  Anordnung  vertragen  jedoch  die  Mikroskope
von  Plössl  selbst  für  die  stärkste  Vergrösserung  wie  die  Pariser
Instrumente  die  Anwendung  eines  dünnen  Deckgläschens,  das  bekanntlich ­
  je  nach  der  Dicke  mehr  weniger  übercorrigirt,  ohne  einen  Verlust
an  penetrirender  Kraft  zu  erleiden.
            
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