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Pohl. Beiträge zur Prüfung der Mikroskope.
Die obgenannten Naturforscher begnügen sich nämlich meistens
nicht, bloss die in einer mathematischen Ebene gelegenen Objecttheile
auf einmal deutlich zu sehen, und sich durch wiederholte
Einstellungen und geistige Comhination des Gesehenen ein plastisches
Bild des Objectes zu verschaffen; sondern sie wollen der
Bequemlichkeit halber auf einen Blick wie mit freiem Auge ein möglichst
deutliches plastisches Bild erhalten, eine Forderung, welcher
ein Mikroskop vom theoretischen Standpunkte aus, um so weniger
entsprechen darf, je vollkommener dessen Linsen ausgeführt sind.
Plössl’s Mikroskope geben nur die in einer Ebene liegenden Umrisse
etc. im hohen Grade deutlich, besitzen also eine grosse definirende
Kraft im strengsten Sinne des Wortes, während die französischen
Mikroskope, deren Linsensysteme mit kleinen Fehlern behaftet sind,
als Folge davon noch Objecttheile erblicken lassen, die verhältnissmässig
hoch über und tief unter der Normal-Ebene liegen. Das Gesagte
wird unter anderm dadurch erwiesen, dass man um die V. bis
XV. Gruppe an Nohert’s Scale zu lösen, deren Linien nicht nur
ungleiche Entfernungen von einander haben sondern auch ungleich
tief einradirt sind, bei Plössl’s Mikroskopen für jede einzelne Gruppe
besonders, mit der Mikrometerschraube auf das Genaueste einstellen
muss, während für die Instrumente von Nachet die Linien mehrerer
Gruppen zugleich mit derselben Deutlichkeit erscheinen.
Wird übrigens bei Plössl’s Mikroskopen die Röhre durch Abschraubung
des Mittelstückes verkürzt, das Instrument also bezüglich
der sphärischen Aberration untercorrigirt, so nimmt dadurch die definirende
Kraft selbst im weiteren Sinne des Wortes zu, während die
penetrirende Kraft fast bis zu jener der französischen Instrumente
herabsinkt. Bei dieser Anordnung vertragen jedoch die Mikroskope
von Plössl selbst für die stärkste Vergrösserung wie die Pariser
Instrumente die Anwendung eines dünnen Deckgläschens, das bekanntlich
je nach der Dicke mehr weniger übercorrigirt, ohne einen Verlust
an penetrirender Kraft zu erleiden.