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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

Beiträge  zur  Prüfung  der  Mikroskope.

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die  VII.  und  VIII.  Gruppe  von  Nobert’s  Scale,  und  ausgezeichnete
Mikroskope  zeigen  die  Querstreifen,  wenn  sie  die  VII.  Liniengruppe
lösen.  Man  darf  jedoch  nicht  vergessen,  dass  die  Querlinien  an  den
Hipparchia-Schuppen  als  gefärbte  Streifen  etwa  leichter  und  schärfer
sichtbar  sind  als  unter  gleichen  Umständen  die  entsprechenden
Linien  von  Nobert,  welche  hei  viel  durchfallendem  Lichte  nur  allzuleiclit
  verschwimmen.
Endlich  kann  ich  nicht  umhin,  einen  Streitpunkt  der  Mikroskopisten
  zu  berühren.  Sowie  andererseits,  werden  auch  in  Wien  die
Mikroskope  der  Pariser  Optiker  Nachet  und  Oberhäuser  denen
vonPlössl  nicht  nur  bezüglich  der  Adjustirung,  sondern  auch  in
Hinsicht  des  optischen  Theiles  unbedingt  vorgezogen,  während  aus
dem  Vorhergehenden  wenigstens  für  Nach  et’s  in  Vergleich  zu
Plössl’s  Instrumenten  gerade  das-  Gegentheil  folgt,  und  bereits
von  Mo  hl  sowie  indirect  von  Schacht  ein  Gleiches  für  Plössl’s
in  Vergleich  mit  Ob  erhäu  ser’s  Mikroskopen  zugestanden  wurde.
Der  Grund  dieser  sonderbaren  Widersprüche  liegt  grossentheils  in
der  Verwechslung  der  sogenannten  definirenden  mit  der  penetrirenden
  Kraft  der  Mikroskope.
Gor  in  g,  welcher  zuerst  diesen  Unterschied  aufstellte 1 ),  lässt
erstere  von  dem  Freisein  sowohl  von  sphärischer  als  auch  chromatischer ­
  Aberration  bedingt  sein,  durch  welches  nach  ihm  eben  die
Schärfe  des  mikroskopischen  Bildes,  sowie  das  deutliche  Hervortreten
der  Umrisse  der  Objecte  entsteht;  die  penetrirende  Kraft  meint  er
hingegen,  hänge  vom  Vorhandensein  eines  möglichst  grossen  Öffnungswinkels
  der  Objective  ab,  als  Folge  dessen  schwierige  Objecte,  z.  B.
aus  feinen  Linien  bestehend,  leicht  ihre  Structur  erkennen  lassen.
Anatomen,  Pathologen  und  Physiologen  fordern  im  Allgemeinen
für  ihre  Zwecke  ein  möglichst  definirendes  Mikroskop,  also  ein  Instrument, ­
  dass  die  in  ein  und  derselben  Ebene  liegenden  Theile  eines
Objectes  mit  aller  Schärfe  zeigt.  Vielfältige  Beobachtungen  berechtigen ­
  mich  nun  zu  dem  Ausspruche,  dass  Plössl’s  Mikroskope  bezüglich ­
  der  penetrirenden  Kraft  die  französischen  weit  übertreffen,  in
Rücksicht  auf  die  definirende  aber  denselben  kaum  nachstehen.  Es
wären  sonach  die  zahlreichen  Widersprüche  immer  noch  unerklärlich, ­
  wenn  nicht  ein  anderer  Umstand  einträte,  der  die  Streitfrage
nach  meiner  Meinung  ihrem  Ende  zuführt.
')  Goring  and  Pritchard:  Microscopieal  illustrations.  III.  edit.  p.  249.
            
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