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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

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Pohl.

Schliesslich  kann  ich  nicht  umhin,  dem  eben  Angeführten  noch
einige  Bemerkungen  beizufügen,  welche  grossentheils  blosse  Folgerungen ­
  der  gemachten  Vergleichungen  sind.
Ohsehon  lange  von  den  Physikern  erkannt,  wird  von  vielen
Mikroskopikern  noch  immer  nicht  eingesehen,  dass  die  Wirksamkeit
selbst  der  neuesten  Mikroskope  bald  ihre  Grenze  erreiche,  wenigstens
für  die  jetzt  gewöhnlich  gebräuchlichen  Probeobjecte.  Man  sieht
daher  schon  mit  verliältnissmässig  niedrigen  Vergrösserungen  dasselbe, ­
  wie  mit  den  stärksten,  welche  bloss  dazu  dienen,  in  einzelnen
Fällen  das  Gesehene  weiter  auszubreiten,  ohne  es  desswegen  deutlicher ­
  zu  machen;  ja  im  Gegentheile  verliert  bei  diesen  hohen  Vergrösserungen ­
  das  Bild  meistens  wieder  an  Schärfe
Dieses  Maximum  der  Leistung  liegt  für  Plössl’s  Mikroskope
undNobert’s  Prüfungsscale  mit  XV  Gruppen  hei  einer  etwa  200maligen
  Vergrösserung;  ohsehon  für  selbe  zu  erwarten  steht,  dass
für  die  neuesten  Probeplatten  (Interferenz-Platten)  Nobert’s  mit
XXI  Liniengruppen  ihre  Leistungsfähigkeit  noch  nicht  abgeschlossen
sei.  Beim  kleinen  Mikroskope  von  Nach  et  wird  die  Grenze  der
Wirksamkeit  hei  etwa  350maliger  Vergrösserung  erreicht;  für  dessen
grosses  Instrument  mit  ungefähr  900,  während  bezüglich  des  Mikroslcopes
  von  Prokesch  in  diesem  Sinne  die  Vergrösserung  200  gilt.
Wenn  es  auch  unläugbar  ist,  dass  je  besser  ein  Mikroskop,  man
desto  später,  d.  h.  mit  um  so  stärkeren  Vergrösserungen  die  Grenze
der  Wirksamkeit  erreiche,  so  darf  doch  dieser  Satz  nicht  in  der
Allgemeinheit  undUnbedingtheit  hingestellt  werden,  wie  dies  gewöhnlich ­
  geschieht.  Es  handelt  sich  nicht  bloss  darum,  zu  wissen,  wie
weit  die  Grenze  der  Wirksamkeit  eines  Mikroskopes  hinausgerückt
sei,  sondern  zugleich  auch  um  die  dabei  eintretende  Grösse  der  Leistung. ­
  Die  Güte  eines  Mikroskopes  muss  sonach  immer  zugleich  in
Hinsicht  dieser  beiden  Richtungen  beurtheilt  werden,  und  in  diesem
Sinne  stehen  unter  den  von  mir  geprüften  Instrumenten  die  von
Plössl  obenan.
Aus  Obigem  lässt  sich  ferner  mit  einiger  Sicherheit  das  Verhältnis ­
  bestimmen,  in  dem  als  Probeobject  die  Flügelschuppen  von
Hipparclna,  Janira  (Weibchen)  zu  den  Liniengruppen  Nobert’s
stehen.  Die  Distanzen  der  Querstreifen  an  ersteren,  betragen  nämlich
ungefähr  0-00083  Millimeter  oder  etwa  0-00037  Pariser-Linien.
Es  fällt  daher  dieses  Probeobject  bezüglich  seiner  Feinheit  zwischen
            
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