502
Fritsch.
Für die Jahre 1744 bis 1800 sind die mittleren Temperaturen
aus den monatlichen Maximis und Minimis abgeleitet, wodurch seinnahe
die wahre mittlere Temperatur erhalten worden isti).
In dem Zeiträume 1806 —1821 gelten die Mittel für die Beobachtungszeiten
G 1 ' Morgens 2' 1 und 10 h Abends.
Von 1822 — 1835 im Juni wurden die Mittel nach der
bekannten Formel y 4 (VII -j- II -j- 2 IX), in den letzten noch übrigen
Jahren aus den Beobachtungen der beiden Stunden X Morgens
und Abends berechnet.
Alle diese Bereehnungsmethoden geben nahezu wahre Mittel,
wesshalb eine Correction der Jahrestemperaturen wegen der Verschiedenheit
der Beobachtungszeiten nicht nothwendig scheint.
Kup ff er hat aus den Petersburger Beobachtungen die folgenden
20jährigen Mittel gebildet:
1744 - 1763 +2 ? 90
1766 — 1783 +2-20
1786 — 1800 +2-31
1806 — 1823 +2-71
1826 — 1843 +2-81
und hinzugefügt a ).
„Unter diesen Zahlen, die 100 Jahre begreifen, findet sich zwar
ein Minimum aber kein Maximum, wenn also eine Periode existirt, so
muss sie mehr als 100 Jahre gebrauchen, um ihren Kreislaufzu
vollenden.“ „Die angedeutete Seculär-Änderung der mittleren
Temperatur ist so gering (sie beträgt wohl nicht mehr als
höchstens s / 4 ° B.), dass sie nur durch thermometrische mit Umsicht
angestellte Beobachtungen ermittelt werden kann 3 ).“
Mehrjährige Temperaturen-Mittel von Regensburg.
Lamont gibt folgende fünfjährige Mittel 4 ).
y Siehe S. 366, Poggendor(Ts Annalen Bd. LXXV1I.
a ) Siehe S. 368, Fortschritte der Physik im Jahre 1849 von Professor
Karsten.
3 ) Siehe 909, Bd. IX der Sitzungsberichte. Mit Ausnahme von Berlin fand
ich die seculäre Temperatur-Änderung an keinem Orte Einen Grad B.
erreichend.
4 ) Siehe über die Temperatur-Verhältnisse in Bayern. (Aus den Annalen der
Münchner Sternwarte u. s. w.) S. 12.