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Fritsch.
Vorträge.
Über S c h n e e f i g u r e n.
Von dem c. M. Kurl Fritsch.
Die sorgfältigen Untersuchungen, welche Scoresby über die
Gestalt der Eiskrystalle, aus welchen die Schneeflocken bestehen, in
den nördlichen Eismeeren angestellt hat, bilden,-meines Wissens,
noch immer die Hauptquelle der Belehrung über die Gestalt der
Schneefiguren und die meteorologischen Verhältnisse, von welchen
sie abhängig sind; wenigstens war dies ohne Zweifel zu jenem Zeitpunkte
der Fall, als ich, durchs coresby’s Untersuchungen angeregt,
auf die Entscheidung der Frage gespannt war, wie sich die für die
Polargegenden ausgemittelten Verhältnisse iil unseren Breiten gestalten,
und mich daher entschloss, einige Winter hindurch, nämlich
in den Jahren 1836 bis 1838, ähnliche Untersuchungen in Prag
aufzunehmen.
Scoresby hat die grosse Zahl der Schneegestalten auf fünf
Hauptarten zurückgeführt 1 ):
1. Dünne Blättchen, diese sind entweder
a) sternförmig;
h) regelmässige Sechsecke, welche sich abtheilen lassen
a) in einfache, durchsichtige Blättchen,
ß) in solche, welche innerhalb des Umfanges durch weisse
Linien verziert sind, die wiederum kleine Sechsecke
oder andere regelmässige Figuren in grossen Mannigfaltigkeiten
bilden;
c) Zusammensetzungen von sechsseitigen Figuren;
d) Verbindungen von sechsseitigen Figuren mit Strahlen oder
Zacken und hervorstehenden Winkeln.
2. Ein flacher oder kugeliger Kern mit ästigen Zacken in verschiedenen
Ebenen. Diese Abtheilung begreift:
a) solche, die aus einem dünnen, durchsichtigen Krystalle von
einer der oben beschriebenen Arten bestehen, von dessen
Grund- und Seitenflächen sieh kleine Spitzen erheben,
welche mit den Blättchen Winkel von 60° bilden;
’) Meteorologie von Kämt/.. Bd. I, S. 408 - 410.