Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 11. Band, (Jahrgang 1853)

490

Schoenbein.

Worauf  dieser  Farbenwechsel  beruht,  kann  ich  noch  nicht  angeben, ­
  so  viel  ist  gewiss,  dass  derselbe  wesentlicli  von  einem  Oxydationsprocesse
  abbängt,  da  er  ohne  die  Anwesenheit  von  Sauerstoff
nicht  eintritt.
Es  ist  eine  bekannte  Thatsache,  dass  Kali-  oder  Natronlösung
in  hinreichender  Menge  zu  Indigotinctur  gefügt,  diese  grüngelb  färbt.
Ich  finde  nun,  dass  die  blaue  Farbe  der  Tinctur  wieder  hergestellt
wird,  sowohl  durch  Neutralismen  des  Kalis  u.  s.  w.  mit  Säuren,
als  auch  durch  blossen  Zusatz  einer  gehörigen  Menge  von  Wasser.
Durch  Kali  u.  s.  w.  entbläute  Indigotinctur,  die  man  längere  Zeit
stehen  lässt,  kann  weder  durch  die  angegebenen  noch  anderweitigen
Mittel  wieder  gebläut  werden,  ob  die  Luft  von  ihr  abgeschlossen  sei
oder  nicht,  diese  Thatsachen  zeigen,  dass  das  Kali  u.  s.  w.  das  in
Schwefelsäure  gelöste  Indigoblau  anfänglich  chemisch  nicht  merklich
verändert  und  die  erwähnte  Entbläuung  in  ähnlicher  Weise  bewerkstelligt ­
  wird  wie  durch  Alkalien  die  Veränderung  der  Farbe  mancher
organischen  Pigmente:  des  Veilchenblaues  u.  s.  w.
Der  Vollständigkeit  wegen  füge  ich  noch  bei,  dass  die  durch
Kalilösung  grüngelb  gefärbte  Indigotinctur  auch  vermittelst  Zuckers
wieder  gebläut  werden  kann,  was  am  leichtesten  so  geschieht,  dass
man  ein  Stück  gewöhnlichen  Zuckers  mit  der  kalihaltigen  Indigolösung ­
  übergiesst.  Im  Augenblick,  wo  der  Zucker  von  der  Flüssigkeit ­
  durchdrungen  wird,  färbt  sich  derselbe  blau,  falls  nämlich  die  Kalilösung ­
  noch  nicht  lange  mit  der  Indigotinctur  vermischt  gewesen.
IV.  Über  eine  eigenthümliche  Entbläuung  der  Lakmus-Tinetur.
Wie  wohl  bekannt,  röthet  die  schwefelige  Säure  die  Lakmus-Tinetur,
  reagiren  auf  letztere  die  doppelt  schwefeligsauren  Alkalien
neutral,  die  einfach  sauren  alkalisch  und  die  löslichen  Sulfite  der
Oxyde  der  schweren  Metalle  sauer.  Auch  die  alkalischen  unterschwefeligsauren
  Salze,  welche  man  bei  der  Behandlung  der  Sulfite  mit
Schwefel,  der  vielfach  geschwefelten  alkalischen  Metalle  mit  atmosphärischer ­
  Luft  u.  s.  w.  erhält,  lassen  die  Lakmus-Tinetur  blau.  Die
braungelbe  Flüssigkeit,  welche  beim  Durchgänge  eines  Volta’schen
Stromes  durch  wässerige,  schwefelige  Säure  an  der  negativen  Elektrode ­
  entsteht,  (auch  wenn  mit  Kali  oder  Natron  neutralisirt),  besitzt
das  Vermögen,  die  Lakmus-Tinetur  augenblicklich  zu  entbläuen  und
ihr  eine  bräunliebgelbe  Färbung  zu  geben.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.